Reiseführer Eritrea
Inhaltsverzeichnis
Kontaktadressen
Lage
Nordostafrika.
Offizieller Staatsname
Staat Eritrea.
Landesvorwahl
291.
Ministry of Tourism
PO Box 1010, ER-Asmara
Tel: (01) 12 69 97. Fax: (01) 12 69 49.
E-Mail: eritreatourism@cts.com.er
Eritrean Tour Services (ETS)
PO Box 889, 61 Hartnet Avenue, ER-Asmara
Tel: (01) 12 49 99, Fax: (01) 12 63 66 oder 12 76 95.
Botschaft des Staates Eritrea
Stavangerstraße 18, D-10439 Berlin
Tel: (030) 446 74 60. Fax: (030) 44 67 46 21.
E-Mail: er.embassy@freenet.de
Mo, Mi, Fr 08.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr; (auch für Österreich zuständig).
Konsulat in Frankfurt/M.
Botschaft des Staates Eritrea
Rue de Vermont 9, C.P. 85, CH-1211 Genève 20
Tel: (022) 740 49 40. Fax: (022) 740 49 49.
E-Mail: eritrean.embassy@bluewin.ch
Mo-Fr 09.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr.
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Andinet Street, PO Box 4974, ER-Asmara
Tel: (01) 18 66 70. Fax: (01) 18 69 00.
E-Mail: germemb@eol.com.er
Generalkonsulat der Schweizer Eidgenossenschaft
Street No. 327, House No. 2-4, Campo Pollo, PO Box 3099, ER-Asmara
Tel: (01) 118 17 01. Fax: (01) 18 67 35.
E-Mail: swisscon@eol.com.er
Österreich unterhält keine diplomatische Vertretung in Eritrea. Zuständig ist die Botschaft in Addis Abeba (s. Äthiopien).
Allgemeines
Fläche
121.144 qkm.
Bevölkerungszahl
4.362.254 (2003).
Bevölkerungsdichte
36 pro qkm.
Hauptstadt
Asmara. Einwohner: 400.000 (2003).
Geographie
Nachbarländer der am Roten Meer gelegenen Republik sind Äthiopien im Südwesten, Djibouti im Südosten und der Sudan im Nordwesten. Im Küstentiefland herrscht feucht-heißes Klima. Das gebirgige Landesinnere ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt.
Staatsform
Republik seit 1993. Verfassung von 1997. Übergangsparlament mit 104 Mitgliedern. Staats- und Regierungschef der Übergangsregierung: Isayas Afewerki (seit 1993). 1941-1952 unter britischer Führung; ab 1962 Provinz von Äthiopien, seitdem herrschten ständig Unruhen und Bürgerkriege. Eritrea und Äthiopien haben am 18. 06. 2000 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Unabhängig seit 1993.
Sprache
Amtssprachen sind Arabisch und Tigrinya. Afar, Bilen, Kunama, Nara, Saho und Tigre werden gesprochen; Englisch ist Bildungs- und Geschäftssprache.
Religion
50% Christen (eritreisch-orthodoxe Kirche) und 50% Moslems.
Ortszeit
MEZ + 2 (UTC + 3).
Netzspannung
220/100 V.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon
Begrenzter Selbstwählferndienst von und nach Asmara, Massawa und Assab. In der Regel müssen Auslandsgespräche über die Vermittlung geführt werden. Alle größeren Städte sind an das interne Telefonnetz angeschlossen.
Landesvorwahl
291.
Mobiltelefon
Derzeit gibt es kein Mobilfunknetz in Eritrea.
Faxdienste
Stehen im Büro der eritreischen Telekommunikationsgesellschaft in der Harnet Street in Asmara zur Verfügung; einige Hotels bieten ebenfalls Telefaxdienste an.
Internet/E-Mail
Hauptinternetanbieter sind EWAN Technical Solutions und die eritreische Post - und Telekommunikationsgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem USAID-Leland-Hilfsprojekt. Internetzugang ist in den größeren Städten vorhanden.
Telegramme
Internationale Telegramme können in Asmara aufgegeben werden.
Post
Der internationale Postverkehr ist noch nicht mit allen Ländern wieder aufgenommen worden. Mit Verzögerungen muß gerechnet werden.
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08. Internet: www.dwelle.de ) anzufordern.
Reisepaß/Visum
Reisepaß/Visum
| Land | Visa | Reisepass |
| Deutschland | Ja | Ja |
| Österreich | Ja | Ja |
| Schweiz | Ja | Ja |
| Andere EU-Länder | Ja | Ja |
Reisepass
Allgemein erforderlich, muß noch mindestens 1 Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein
Visum
Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger von Kenia und Uganda.
Transit
Transitreisende, die mit dem gleichen Flugzeug innerhalb von 6 Stunden weiterfliegen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.
Visaarten
Geschäfts-, Transit- und Touristenvisum.
Visagebühren
Deutschland
Touristenvisum: 50 € (Einfachvisum für einen Aufenthalt von bis zu einem Monat).
Geschäftsvisum: 95 € (ein- oder mehrmalige Einreise, 1-3 Monate gültig), 140 € (mehrmalige Einreise, 6 Monate gültig).
Österreich
Touristenvisum: 50 € (Einfachvisum für einen Aufenthalt von bis zu einem Monat).
Geschäftsvisum: 95 € (ein- oder mehrmalige Einreise, 1-3 Monate gültig), 140 € (mehrmalige Einreise, 6 Monate gültig).
Schweiz
Touristenvisum: 70 CHF (Einfachvisum für einen Aufenthalt von bis zu einem Monat), Expressausstellung (weniger als 7 Arbeitstage) 80 CHF.
Geschäftsvisum: 100 CHF, Expressausstellung (weniger als 7 Arbeitstage) 115 CHF.
Gültigkeitsdauer
Einfachvisa: 3 Monate ab Ausstellungsdatum. Mehrfachvisa: 6 Monate. Verlängerungsmöglichkeit besteht, Anträge an das Innenministerium in Asmara.
Antragstellung
Konsularabteilung der Botschaft (s. Adressen).
Unterlagen
(a) Antragsformular. (b) Gültiger Reisepaß. (c) 1 Paßfoto. (d) Gebühr. (e) Rückreiseticket. (f) Touristenvisum: Nachweis ausreichender Geldmittel für die Dauer des Aufenthaltes (mindestens 40 US$ pro Tag). (g) Geschäftsvisum: Firmenschreiben mit Angabe des Reisezwecks.
Der postalischen Antragstellung sollten ein frankierter und adressierter Umschlag und der Zahlungsbeleg beigefügt werden sowie 4,50 € Portogebühren.
Anmerkung
Informationen zu internationalen Impfbescheinigungen, die für die Einreise erforderlich sind, können dem Kapitel Gesundheit entnommen werden.
Bearbeitungszeit
48 Arbeitsstunden (bei Expressausstellung erhöhte Gebühr).
Geld
Währung
Nakfa = 100 Cents. Währungskürzel: Nfa, ERN (ISO-Code). Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 5 und 1 Nakfa; Münzen in den Nennbeträgen 100, 50, 25, 10, 5 und 1 Nakfa.
Anmerkung
Der Nakfa wurde 1997 eingeführt und löste somit den Äthiopischen Birr ab. Die erste eigene Währung Eritreas, die sowohl in Banknoten als auch in Münzen im Umlauf ist, wurde vom IWF und der Weltbank anerkannt und ist an den US$ gebunden.
Kreditkarten
Eurocard, MasterCard und Diners Club werden begrenzt akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Wechselkurse
| Nfa | Nfa | Nfa | Nfa | Nfa | |
| Dez. '02 | Apr. '03 | Sept. '03 | Jan. '04 | Apr. '04 | |
| 1 € | 9,44 | 10,57 | 11,24 | 12,02 | 11,72 |
| 1 CHF | 6,40 | 7,12 | 7,26 | 7,70 | 7,50 |
| 1 US$ | 9,50 | 9,94 | 9,52 | 9,42 | 9,52 |
Devisenbestimmungen
Keine Beschränkungen, Deklaration der Beträge empfohlen.
Öffnungszeiten der Banken
I. allg. Mo-Fr 08.00-11.00 und 14.00-16.00 Uhr, Sa 08.00-11.00 Uhr.
Duty Free
Duty Free
Folgende Artikel können zollfrei nach Eritrea eingeführt werden:
200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak;
1 l alkoholische Getränke.
Gesetzliche Feiertage
Gesetzliche Feiertage
1. Jan. 2004 Neujahr. 6. Jan. Dreikönigsfest. 2. Febr. Eid al-Adha (Opferfest). 8. März Internationaler Frauentag. 9.-12. April Orthodoxes Ostern. 1. Mai Tag der Arbeit. 2. Mai Mouloud (Geburtstag des Propheten). 24. Mai Unabhängigkeitstag. 20. Juni Tag der Märtyrer. 1. Sept. Jahrestag des Beginns des bewaffneten Kampfes. 11. Sept. Orthodoxes Neujahr. 14.-16. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan). 25. Dez. Weihnachten.
1. Jan. 2005 Neujahr. 7. Jan. Orthodoxes Weihnachten. 21. Jan. Eid al-Adha (Opferfest). 2. März Tag der Siegesschlacht von Adwa. 8. März Internationaler Frauentag. 6. April Befreiungstag. 21. April Mouloud (Geburtstag des Propheten). 29. April - 4. Mai Orthodoxes Ostern. 24. Mai Unabhängigkeitstag. 20. Juni Tag der Märtyrer. 1. Sept. Jahrestag des Beginns des bewaffneten Kampfes.
Anmerkung
Die oben angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, wodurch der normale Geschäftsablauf gestört werden kann. Viele Restaurants sind tagsüber geschlossen, und der Genuß von Alkohol und Zigaretten kann begrenzt werden. Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.
Gesundheit
Gesundheit
| Krankheit | Vorsorge | Impfbescheinigung |
| Gelbfieber | Ja | 1 |
| Cholera | 2 | 2 |
| Typhus & Polio | Ja | - |
| Malaria | 3 | - |
| Essen & Trinken | 4 | - |
[1]
Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die aus Infektionsgebieten kommen.
[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
[3]
Malariaschutz ganzjährig für alle Regionen unter 2000 m erforderlich, in Asmara jedoch kein Risiko. Die gefährlichere Form Plasmodium falciparum herrscht vor.
[4]
Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte aus ungekochter Milch am besten vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Auf Schweinefleisch, rohe Salate und Mayonnaise sollte man verzichten. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Hepatitis A und E sind weitverbreitet, Hepatitis B ist hochendemisch.
Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis können insbesondere während der Trockenzeit vorkommen.
Die durch Mückenstich übertragene Leishmaniase sowie Filariose kommen vor.
Zeckenbißfieber kann auftreten.
Tollwut kommt vor. Bei Bißwunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesundheitsvorsorge
Aufgrund der Höhenlage und der dünnen Luft im Hochland sollte eine Akklimatisierungszeit eingeplant werden. Wer an Herzkrankheiten oder unter hohem Blutdruck leidet, sollte vor der Abfahrt ärztlichen Rat einholen. Die medizinische Versorgung ist insgesamt ausreichend gewährleistet, wenn auch moderne Geräte nicht zur Verfügung stehen und manchmal Versorgungsschwierigkeiten auftreten können. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte sich einen Vorrat mitnehmen. Fast jedes Dorf hat medizinisches Personal, Kliniken auf Regional- und Distriktebene und das zentrale Krankenhaus in Asmara sind für Notfälle ausgerüstet. Apotheken gibt es in den größeren Städten. Der Abschluß einer Reisekrankenversicherung wird dringend empfohlen.
Reiseverkehr - International
Flugzeug
Eritrea hat keine nationale Fluggesellschaft, aber Yemen Airways (Internet: www.yemenia.de ) bietet Flüge nach Eritrea von Frankfurt/M. (dreimal pro Woche), Rom, London (Gatwick), Madrid und Paris. Lufthansa bietet viermal wöchentlich Flüge von Frankfurt/M. nach Asmara an. Außerdem wird Eritrea u. a. von Egyptair (täglich von Frankfurt) und Saudi Arabian Airlines (viermal wöchentlich von Frankfurt über Jeddha) angeflogen.
Durchschnittliche Flugzeiten
Frankfurt – Asmara: 7 Std. 50 (inkl. Zwischenlandung); Addis Abeba – Asmara: 1 Std.
Internationaler Flughafen
Asmara International (ASM) liegt 6 km südwestlich der Stadt. Busse verkehren im 30-Minutentakt zur Innenstadt (Fahrzeit 30 Min.), Taxis stehen ebenfalls zur Verfügung (Fahrzeit 15 Min.). Flughafeneinrichtungen: Bank, Bars, Duty-free-Shop, Post (08.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr), Restaurants und Souvenirladen.
Flughafengebühren
15 US$.
Schiff
Regelmäßiger Schiffsverkehr mit einheimischen Reedereien zwischen Europa und Massawa oder Assab.
Reiseverkehr - National
Sicherheitshinweis
In weiten Teilen des Landes besteht immer noch Minengefahr. Reisende sollten sich vor Reiseantritt über die aktuelle Sicherheitslage informieren.
Flugzeug
Inlandflüge verkehren zwischen Asmara und Assab. Assab (ASA) befindet sich 15 km außerhalb der Stadt. Busverbindungen und Taxis stehen zur Verfügung (Fahrzeit: 15-30 Minuten).
Bahn
Die einzige bestehende Bahnverbindung zwischen Ak'ordat, Asmara und Massawa ist derzeit nicht in Betrieb.
Bus/Pkw
Reparatur- und Modernisierungsarbeiten sind im Gang. Dennoch gibt es insgesamt ausreichende Allwetterstraßen in die meisten Geschäftszentren und Urlaubsgebiete; die übrigen, unbefestigten Straßen sollte man nur mit Fahrzeugen mit Allradantrieb befahren. Eine Ausweitung des Straßennetzes ist geplant. Busse verkehren zwischen den großen Ortschaften. Taxis gibt es in der Hauptstadt und am Flughafen in Asmara. Fahrpreise sind nachts höher und sollten vor Fahrtantritt vereinbart werden. Mietwagen: Erhältlich über den Eritrean Tour Service (ETS) in Asmara (s. Adressen). Unterlagen: Internationaler Führerschein.
Unterkunft
In der Hauptstadt gibt es mehrere Hotels, in denen z. T. auch Tagungsräume und kleine Ausstellungsräume zur Verfügung stehen. Hotelunterkunft findet man auch in Massawa und Assab. Vorausbuchung wird empfohlen. In der Regel bieten Hotels nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch Verpflegung. In kleineren Städten sind die Übernachtungspreise im allgemeinen niedriger als in den Großstädten. Die Bezahlung muß in Devisen erfolgen. Es ist ratsam, sich im voraus nach der Höhe des Bedienungsgeldes und der Steuern zu erkundigen. Informationen vom Eritrean Tour Service (ETS) (s. Adressen).
Urlaubsorte & Ausflüge
Urlaubsorte & Ausflüge
-
Trotz der Kriegsschäden in einigen Städten, vor allem in der Provinz Sahel, gibt es viel zu sehen. Rund 1000 km Küstenlandschaft und einige der besten Tauchgründe der Region erwarten den Besucher. Trekking und Bergsteigen sind im Hochland möglich und viele interessante historische Stätten warten darauf, entdeckt zu werden.
Die eritreische Hauptstadt Asmara war Ende des 19. Jahrhunderts nichts weiter als eine kleine Ansammlung von Dörfern. Die italienische Kolonialregierung verlegte 1897 den Regierungssitz von Massawa nach Asmara. Italienische Architektur prägt das Stadtbild, die imposante Kathedrale wurde 1922 im lombardischen Stil erbaut. Beim Bau der größten Moschee, Khulafa el Rashidin, wurde Marmor aus Carrara verwendet. Auf dem Markt ganz in der Nähe kann man Gold- und Silberschmuck erwerben. Der große Markt nördlich der Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert: Obst und Gemüse, Gewürze, gebrauchte Möbel, Töpferwaren, Holzschnitzereien und Kleidung werden angeboten. Die National Avenue ist die Lebensader der Stadt. Der Gerichtshof, das Asmara-Theater (1918 errichtet), die Kathedrale, verschiedene Regierungsgebäude und das Rathaus befinden sich an der National Avenue. Die frühere Residenz (Ghibi) der Kolonialherren wird heute als Nationalmuseum genutzt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Universität und der prächtige Mai-Jahjah-Brunnen.
Die Straße nach Massawa schlängelt sich durch eine reizvolle Landschaft. Der Weg führt an dem berühmten orthodoxen Kloster Debre Bizen vorbei. Massawa war schon im Altertum ein wichtiges Zentrum und ist heute der bedeutendste natürliche Tiefseehafen am Roten Meer. Die drei Stadtteile Batsa, Twalet und das Festland sind durch Dämme miteinander verbunden. Der Hafen und die Altstadt Batsa liegen auf der gleichnamigen Insel, die trotz der Kriegsschäden immer noch sehenswert ist. Die Architektur legt Zeugnis von der langen Kolonialherrschaft der Türken und Ägypter vom 15. bis 18. Jahrhundert ab. Die wichtigste Moschee, Imam Hanbeli, ist von den Zerstörungen weitgehend verschont geblieben. Die meisten Restaurants, Cafés und Bars der Stadt liegen in Batsa. Kleine Boote fahren zur Insel Sheikh Said (Isola Verde). In Twalet findet man auch Bauwerke italienischer Architektur. Der stark beschädigte Ghibi (Palast), dessen Grundstein schon im 15. Jahrhundert gelegt wurde, soll restauriert werden. Der Port Club bietet ein Restaurant, ein Museum, eine kleine Bibiliothek und Sportanlagen.
Der weiße Sandstrand in Gergussum, nördlich von Massawa, ist ideal zum Sonnenbaden. Im nahegelegenen Emberemi kann man die Grabmäler des Sheikh el Amin und des Muhammad ibn Ali besichtigen, zu denen viele Gläubige pilgern. Keren in der Provinz Senhit ist eine kleinere Ausgabe von Asmara. Das Fort stammt aus der Zeit der türkischen Herrschaft. Die Gräber des Said Abu Bakr el Mirgani und des Mariam de Arit sind bedeutende religiöse Schreine. Besuchenswert ist auch das Kloster Debre Sina bei Elabered an der Straße von Keren nach Asmara. Assab in der südöstlichen Provinz Denkalia ist eine moderne Stadt mit schönen Stränden. Agordet im westlichen Tiefland (Provinz Barka) bietet zahlreiche sehenswerte Bauwerke aus der Kolonialzeit der Türken und der Ägypter. Die archäologischen Stätten Qohaito, Matera und Rora Habab sind ebenfalls von Interesse.
Sozialprofil
Essen & Trinken
In den Restaurants der großen Städte dominiert die italienische Küche. Massawa ist außerdem für Fischgerichte und Meeresfrüchte bekannt. Vor allem Krabben und Hummer stehen hier oft auf der Speisekarte. Einheimische Gerichte sind sehr scharf gewürzt. Getränke: Tee und Espresso trinkt man schwarz mit viel Zucker. In einigen Regionen wird Kaffee mit Ingwer oder schwarzem Pfeffer und Zucker serviert. Leckere Fruchtsäfte aus Banane, Mango und Papaya sind gute Durstlöscher.
Einkaufstips
Schöne Mitbringsel sind Gold- und Silberschmuck (nach Gewicht verkauft), Holzschnitzereien, Lederwaren, Speere, Trommeln, Teppiche und Korbwaren. Auf den Märkten kann man handeln, in den Geschäften sind die Preise zumeist festgesetzt. Öffnungszeiten der Geschäfte: In der Regel Mo-Sa 08.00-13.00 und 14.30-20.30 Uhr (regionale Unterschiede möglich).
Sport
Gute Bademöglichkeiten an der Küste, die Strände sind sauber und die Wassertemperaturen angenehm. Ausgezeichnete Tauchgründe in den Küstengewässern. Trekking, Bergsteigen und Fischen sind ebenfalls möglich.
Veranstaltungskalender
7. Jan. 2004 Leddet (Orthodoxes Weihnachten). 19. Jan. Timket (Dreikönigstag). Febr. Fenkil (Gedenken an die Befreiung der Stadt Massawa). Mai Tag der Befreiung, landesweit. Juni Tag der Märtyrer. Anfang Aug. Eritrea-Festival (10tägiges Kulturfest mit Ausstellungen, Musik und Tänzen). 11. Sept. Kiddus Johannes (Orthodoxes Neujahr). 27. Sept. Meskal (Entdeckung des wahren Kreuzes).
Land & Leute
Alltagskleidung ist im allgemeinen angemessen; eher konservative Kleidung wird bevorzugt. Zwanglose private Einladungen werden gern ausgesprochen. Trinkgeld: Die meisten Hotels und Restaurants setzen 10% Bedienungsgeld auf die Rechnung. Ein kleines Trinkgeld wird erwartet, von Taxifahrern jedoch nicht.
Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs befindet sich Eritreas Wirtschaft in einem äußerst schlechten Zustand und steht seit dem Ausbruchs des Grenzkriegs mit dem Nachbarland Äthiopien 1998 vor dem völligen Zusammenbruch. Zuvor stand der Aufbau einer Marktwirtschaft im Vordergrund der Wirtschaftspolitik. Staatliche Industrien sollten nach und nach privatisiert werden. Die Regierung war bestrebt, Investitionen aus dem In- und Ausland zu fördern, um den Lebensstandard der Bevölkerung möglichst rasch anzuheben und die Wirtschaft anzukurbeln. Moderne Technologien sollten eingeführt und das technische Know-how durch Ausbildungsprogramme vermittelt werden.
Eritrea ist ein Agrarland, rund 80% der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Angebaut werden in erster Linie einheimische Getreidesorten, Mais, Weizen und Sorghum. Die Produktivität ist in den letzten Jahren aufgrund von Dürre und Krieg beträchtlich gesunken, mehr als die Hälfte der Anbaufläche liegt brach. Das Land ist weiterhin stark von ausländischen Hilfslieferungen abhängig. Am 18. 06. 2000 haben Eritrea und Äthiopien ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Zur Zeit ist allerdings noch nicht absehbar, ob es auch von Dauer sein wird. Seit 1994 ist das Land Mitglied des Internationalen Währungsfonds.
Geschäftsverkehr
Einheimische Geschäftsleute sprechen häufig Englisch oder Italienisch. Französischkenntnisse können ebenfalls nützlich sein. Visitenkarten sind nicht überall üblich. Die Monate Oktober bis Mai sind für Geschäftsreisen am günstigsten. Geschäftszeiten: Mo-Do 08.00-12.00 und 14.00-18.00 Uhr, Fr 07.00-11.30 und 14.00-18.00 Uhr, Sa 08.00-12.00 Uhr. Regionale Abweichungen möglich.
Kontaktadressen
Handelsabteilung der Botschaft von Eritrea, Stavangerstraße 18, D-10439 Berlin. Tel: (030) 44 67 46 17. Fax: (030) 44 67 46 21.
Eritrean Chamber of Commerce (Industrie- und Handelskammer), PO Box 856, Abiot Av. 46, Asmara. Tel: (01) 12 15 89. Fax: (01) 12 01 38, 12 03 14. (E-Mail: encc@eol.com.er )
Klima
Klima
Drei Klimazonen. Zentrales Hochland: Höchsttemperaturen im Mai etwa 30°C. In den Monaten Dezember bis Februar können die Temperaturen auf den Gefrierpunkt sinken. Generell starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Zwei Regenzeiten, eine kurze (März/April) und die eigentliche Regenzeit von Ende Juni bis Anfang September. Häufiger Nebel in der Hauptregenzeit sowie zwischen Dezember und Februar.
Küstenregion: Temperatur von Juni bis August 25°-40°C. Dezember bis Februar zwischen 18° und 32°C. An der nördlichen Küste gibt es eine Regenzeit (Dez. - Febr.), an der südlichen Küste sind Niederschläge selten.
Westliche Ebenen: Heißeste Jahreszeit von April bis Juni mit Höchsttemperaturen bis zu 50°C. Niedrigste Temperaturen im Dezember, dem kältesten Monat, um 12°C. Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Regenzeiten ähnlich wie im Hochland.



