Reiseführer Somalia
Inhaltsverzeichnis
Kontaktadressen
Lage
Ostafrika.
Offizieller Staatsname
Republik Somalia.
Landesvorwahl
252.
Botschaft der Republik Somalia
Rue Dumont d'Urville 26, F-75116 Paris
Tel: (0033) 1 45 00 76 51.
Mo-Fr 09.30-13.00 Uhr und 14.30-17.00 Uhr.
(auch für die Schweiz zuständig)
Die Botschaften von Somalia in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich sind zur Zeit geschlossen.
United Nations Somalia
Postanschrift: PO Box 28832, SO-Nairobi
Tel: (02) 44 84 34. Fax: (02) 44 84 39.
Internet: www.unsomalia.org oder
www.so.undp.org
Die Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und der Schweiz sind z. Zt. geschlossen. Zuständig für Österreich ist die Botschaft in Addis Abeba (s. Äthiopien), für Deutschland und die Schweiz die Botschaften in Nairobi (s. Kenia).
Allgemeines
Reisewarnung
Vor Reisen nach Somalia wird derzeit gewarnt. Weitere Informationen sind von den Auswärtigen Ämtern in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.
Die Deutsche Botschaft in Somalia ist geschlossen, die Gewährung von konsularischem Schutz ist nicht möglich.
Fläche
637.657 qkm.
Bevölkerungszahl
8.025.190 (2003).
Bevölkerungsdichte
12,6 pro qkm.
Hauptstadt
Mogadischu. Einwohner: 1.208.800 (2003).
Geographie
Somalia grenzt im Norden an den Golf von Aden, im Süden und Westen an Kenia, im Westen an Äthiopien und im Nordwesten an Djibouti. Im Osten liegt der Indische Ozean. Somalia ist karg und trocken mit halbwüstenartigen Ebenen im Landesinneren, einer subtropischen südlichen Region und einer schmalen Küstenebene. Der Norden ist überwiegend gebirgig. Der Großteil des Landes besteht aus einem fast wasserlosen Plateau. Die Strände werden durch ein Korallenriff geschützt, das sich von Mogadischu bis zur kenianischen Grenze erstreckt und zu den längsten der Welt gehört. Die zwei Flüsse des Landes, Juba und Shebelle, entspringen in der Ogaden-Region Äthiopiens. An ihren Ufern wird Landwirtschaft betrieben.
Staatsform
Republik seit 1979. Verfassung von 1979, letzte Änderung 1990, seit Ausbruch des Bürgerkriegs 1991 außer Kraft. Seit 2000 Übergangsparlament mit 245 ernannten Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Abdulkassim Salad Hassan, seit 2000. Regierungschef: Hassan Abshir Farah, seit 2001. Unabhängig und vereint seit 1960 (ehemals Britisch- und Italienisch-Somaliland). Ausrufung der international nicht anerkannten unabhängigen Republik Somaliland 1991.
Sprache
Amtssprachen sind Somali und Arabisch. Swahili wird besonders im Süden gesprochen, teilweise auch Englisch, Französisch und Italienisch.
Religion
99,8% sunnitische Moslems, christliche Minderheiten.
Ortszeit
MEZ + 2 (UTC + 3).
Netzspannung
220 V, 50 Hz; nur in Hotels.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon
Selbstwählferndienst.
Landesvorwahl
252. Ferngespräche ins Ausland müssen in Somalia über das Fernamt geführt werden.
Mobiltelefon
GSM 900. Netzbetreiber ist Barakaat Globetel Company.
Internet/E-Mail
North East Telecom Company (NETCO) (Internet: www.netcostg.com ) und SomaliNet (Internet: www.somalinet.com ) sind die beiden Hauptinternetanbieter.
Telegramme
Können in begrenztem Umfang in der Hauptstadt aufgegeben werden, u. a. im Hauptpostamt in Mogadischu, gegenüber vom Hotel Juba.
Post
Luftpost nach Europa ist bis zu zwei Wochen unterwegs.
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08. Internet: www.dwelle.de ) anzufordern.
Reisepaß/Visum
Reisepaß/Visum
| Land | Visa | Reisepass |
| Deutschland | Ja | Ja |
| Österreich | Ja | Ja |
| Schweiz | Ja | Ja |
| Andere EU-Länder | Ja | Ja |
Anmerkung
Die folgenden Angaben entsprechen der Lage vor dem Bürgerkrieg. Da die diplomatischen Vertretungen Somalias derzeit nicht besetzt sind, liegen keine aktuellen Angaben vor.
Reisepass
Allgemein erforderlich.
Visum
Allgemein erforderlich.
Transit
Transitreisende, die gültige Dokumente für die Weiterreise vorweisen können, innerhalb von 24 Std. weiterreisen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.
Visaarten
Touristen- und Geschäftsvisum.
Visagebühren
Von der Nationalität abhängig.
Gültigkeitsdauer
Unterschiedlich, Auskünfte erteilt die Botschaft.
Antragstellung
Konsularabteilung der Botschaft (s. Adressen).
Unterlagen
(a) 3 Antragsformulare. (b) 3 Paßfotos. (c) Gebühr. (d) Einladungsschreiben der Firma in Somalia (für Geschäftsvisa).
Der Antragstellung sollte ein Einschreiben-Freiumschlag beigelegt werden.
Bearbeitungszeit
1 Monat.
Aufenthaltsgenehmigung
Anträge an die Botschaft.
Geld
Währung
1 Somali-Schilling = 100 Cents. Währungskürzel: SOS (ISO-Code). Banknoten sind im Wert von 100, 50, 20, 10 und 5 SOS im Umlauf; Münzen in den Nennbeträgen 1 SOS sowie 50, 10 und 5 Cent.
Geldwechsel
US-Dollar lassen sich am leichtesten eintauschen. Am besten und sichersten wechselt man Geld in Hotels.
Kreditkarten
Diners Club wird teilweise akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Reiseschecks
Reiseschecks sollten in US-Dollar ausgestellt sein.
Wechselkurse
| SOS | SOS | SOS | SOS | SOS | |
| Dez. '02 | Apr. '03 | Sept. '03 | Jan. '04 | Apr. '04 | |
| 1 € | 2606,27 | 2801,57 | 3018,50 | 3353,99 | 3147,41 |
| 1 CHF | 1769,23 | 1904,63 | 1937,28 | 2121,98 | 2016,11 |
| 1 US$ | 2606,90 | 2620,00 | 2620,00 | 2620,00 | 2620,00 |
Devisenbestimmungen
Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf 200 SOS beschränkt. Die Einfuhr von Fremdwährungen ist unbegrenzt, muß aber deklariert werden. Der Betrag muß innerhalb von fünf Tagen bei der offiziellen Bank umgetauscht werden. Quittungen sollten unbedingt aufbewahrt werden. Die Ausfuhr ist auf den deklarierten Betrag begrenzt.
Öffnungszeiten der Banken
Sa-Do 08.00-11.30 Uhr.
Duty Free
Duty Free
Folgende Artikel können zollfrei nach Somalia eingeführt werden:
400 Zigaretten oder 40 Zigarren oder 400 g Tabak;
1 Flasche Wein oder Spirituosen;
Parfüm für den persönlichen Gebrauch.
Gesetzliche Feiertage
Gesetzliche Feiertage
1. Jan. 2004 Neujahr. 2. Febr. Eid al-Adha (Opferfest). 2. März Ashoura. 1. Mai Tag der Arbeit. 2. Mai Mouloud (Geburtstag des Propheten). 26. Juni Unabhängigkeitstag. 1. Juli Gründung der Republik Somalia. 14. - 16. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan).
1. Jan. 2005 Neujahr. 21. Jan. Eid al-Adha (Opferfest). 19. Febr. Ashoura. 21. April Mouloud (Geburtstag des Propheten). 1. Mai Tag der Arbeit. 26. Juni Unabhängigkeitstag. 1. Juli Gründung der Republik Somalia. 3. - 5. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan).
Anmerkung
Die oben angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, wodurch der normale Geschäftsablauf gestört werden kann. Viele Restaurants sind tagsüber geschlossen, und der Genuß von Alkohol und Zigaretten kann begrenzt werden. Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.
Gesundheit
Gesundheit
| Krankheit | Vorsorge | Impfbescheinigung |
| Gelbfieber | Ja | 1 |
| Cholera | 2 | 2 |
| Typhus & Polio | Ja | - |
| Malaria | 3 | - |
| Essen & Trinken | 4 | - |
[1]
Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die aus Infektionsgebieten kommen.
[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist keine Einreisebedingung, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
[3]
Malariaschutz gegen die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum ganzjährig in allen Landesteilen erforderlich. Chloroquinresistenz wurde gemeldet.
[4]
Leitungswasser ist normalerweise gechlort und relativ sauber, es können jedoch in der Umgewöhnungsphase leichte Magenverstimmungen auftreten. Für die ersten Wochen des Aufenthalts wird daher abgefülltes Wasser empfohlen, welches überall erhältlich ist. Wasser außerhalb der Städte ist nicht immer keimfrei und sollte sterilisiert werden. Milch ist nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch vermeiden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuß von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Die Cholera kommt vor.
Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt vor.
Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis können vorkommen.
Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen vor, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Die Filariose kommt vor allem an der Südküste vor.
Ausbrüche der Leishmaniase wurden gemeldet.
Hepatitis A und B sind weit verbreitet. Hepatitis B ist hochendemisch.
Tollwut kommt vor. Wer ein erhöhtes Risiko eingeht (z. B. längerer Aufenthalt in abgelegenen Gebieten), sollte vor Reiseantritt eine Schutzimpfung erwägen. Bei Bißwunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesundheitsvorsorge
Die andauernden Kampfhandlungen haben das medizinische Versorgungssystem in Mitleidenschaft gezogen. Internationale Organisationen bemühen sich im Moment um den Aufbau eines Versorgungsnetzes. Der Abschluß einer Reisekrankenversicherung wird dringend empfohlen.
Reiseverkehr - International
Flugzeug
Somalias nationale Fluggesellschaft heißt Somali Airlines.
Durchschnittliche Flugzeit
Frankfurt – Mogadischu: 10 Std. 35 (mit Zwischenaufenthalt in Rom).
Internationaler Flughafen
Mogadischu (MGQ) liegt 6 km westlich der Stadt. Taxis sind vorhanden.
Flughafengebühren
20 US$ bzw. Gegenwert. Transitreisende und Kinder unter 2 Jahren sind davon ausgenommen.
Schiff
Die Haupthäfen sind Mogadischu, Kismayo, Berbera und Marka.
Bus/Pkw
Verbindungsstraßen nach Djibouti und Kenia. Die Grenzübergänge nach Äthiopien sind gegenwärtig geschlossen. Die Straßen sind schlecht, und ein wüstentaugliches Fahrzeug mit Allradantrieb wird dringend empfohlen.
Reiseverkehr - National
Flugzeug
Somali Airlines fliegt alle größeren Städte des Landes an.
Schiff
Somalia besteht überwiegend aus einem breiten, wüstenartigen Küstenstreifen. Die Küstenschiffahrt ist im Güter- und Personenverkehr besonders wichtig.
Bus/Pkw
Die Straßenbenutzung außerhalb Mogadischus kann mit Schwierigkeiten verbunden sein. Straßen führen von der Hauptstadt nach Burao und Baidoa. Weiterhin gibt es befestigte Straßen zwischen Mogadischu und Kismayo sowie zwischen Mogadischu und Hargeisa. Passagiere werden fast ausschließlich auf Lastwagen befördert, Autos und Busse sind weniger zahlreich. Taxis gibt es in den größeren Städten.
Stadtverkehr
In Mogadischu verkehren Minibusse und Sammeltaxis (Sa-Do 07.00-14.00 Uhr).
Unterkunft
Hotels
Mogadischu und Hargeisa bieten Hotels mit internationalem Standard. Weitere Hotels befinden sich in Afgoi, Berbera, Borama, Burao, Kismayo und Marka.
Rest Houses
In vielen Ortschaften gibt es staatliche Rest Houses mit Schlafsälen für 4-10 Personen.
Lodges
Die Nationalparks in Bush-Bush, am Lac Badana und in anderen Regionen bieten Lodges als Touristenunterkünfte.
Urlaubsorte & Ausflüge
Urlaubsorte & Ausflüge
-
Im Südwesten Somalias liegt der Kismayo-Nationalpark, Heimat zahlreicher Tierarten. In Hargeisa im Norden des Landes sind vorwiegend seltenere Tiere zu Hause. Ein dritter Park liegt außerhalb von Mogadischu. Es gibt 10 Wildparks landesweit.
Sozialprofil
Essen & Trinken
Einheimische Spezialitäten sind Hummer, Krabben, Tintenfisch, frischer Thunfisch, somalische Bananen, Mangos und Papayas. Ein traditionelles somalisches Gericht ist gegrillte junge Ziege mit gewürztem Reis.
Nachtleben
Rituelle Tänze, Musik und Volkslieder sind feste Bestandteile der zahlreichen Feste.
Einkaufstips
Gold- und Silberschmuck, Webstoffe, Korbwaren, Meerschaum- und Holzschnitzereien. Öffnungszeiten der Geschäfte: Sa-Do 08.00-12.30 und 16.30-19.00 Uhr.
Sport
Die Sandstrände werden durch ein Korallenriff geschützt und ermöglichen sicheres Baden. Einige Hotels haben eigene Swimmingpools. Die Fischgründe der Nordküste sollen zu den besten der Welt gehören.
Land & Leute
Kulturelle Traditionen, Tanz, Gesang und Kunsthandwerk bleiben trotz der zunehmenden Modernisierung erhalten. Zwanglose Kleidung wird akzeptiert. Man sollte regionale Umgangsformen respektieren. Trinkgeld: 10-15% in Hotels und Restaurants.
Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Aufgrund der jahrelangen Unruhen und des andauernden Bürgerkriegs ist die somalische Wirtschaft fast völlig zusammengebrochen. Somalia gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigen die Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung, jeglicher Fortschritt oder Produktionssteigerungen wurden jedoch bislang durch primitive Methoden, widrige Boden- und Klimaverhältnisse und den chronischen Mangel an Fachkräften behindert. In einigen Regionen werden mit Hilfe von künstlicher Bewässerung Bananen für den Export angebaut, außerdem Baumwolle, Mais, Sorghum und andere Getreide für den Eigenbedarf. Es gibt kaum Industrie und Somalia ist auf ausländische Finanzhilfe angewiesen. Somalia hat einige Bodenschätze, die erforderlichen Investitionen, der Fachkräftemangel und die instabile politische Lage haben bisher allerdings eine kommerzielle Ausbeutung verhindert.
Geschäftsverkehr
Leichter Anzug ohne Krawatte bzw. Kostüm genügt. Oktober bis Mai ist die beste Zeit für Geschäftsreisen. Geschäftszeiten: Sa-Do 08.00-14.00 Uhr.
Kontaktadressen
Österreichisch-Arabische Handelskammer, Lobkowitzplatz 1, A-1015 Wien. Tel: (01) 513 39 65. Fax: (01) 513 85 59. (E-Mail: headoffice@aacc.at ; Internet: www.aacc.at )
Industrie- und Handelskammer von Somalia, PO Box 27, Mogadischu (derzeit nicht besetzt).
Klima
Klima
Vier Jahreszeiten. Der heiße und sehr trockene Jilal beginnt etwa im Januar. Die erste Regenzeit Gu hält von März bis Juni an. Hagaa im August bringt heißen, trockenen Monsunwind und Staubwolken. Die zweite Regenzeit, Dayr, dauert von September bis Dezember.



