Reiseführer Tunesien
Inhaltsverzeichnis
Kontaktadressen
Lage
Nordafrika.
Offizieller Staatsname
Republik Tunesien.
Landesvorwahl
216.
Fremdenverkehrsamt Tunesien
Goetheplatz 5, D-60313 Frankfurt/M.
Tel: (069) 297 06 40. Fax: (069) 297 06 63.
E-Mail: fvatunesien@aol.com
Internet: www.fva-tunesien.de
Mo-Fr 09.00-18.00 Uhr.
Zweigstellen in Düsseldorf (Tel: (0211) 880 06 44) und München (Tel: (089) 29 16 36 85).
Tunesisches Fremdenverkehrsamt
Opernring 1/R/109, A-1010 Wien
Tel: (01) 585 34 80. Fax: (01) 585 34 80 18.
E-Mail: tunesien@magnet.at
Internet: www.tourismtunisia.com oder www.tunisietourisme.com.tn
Mo-Do 09.00-17.30 Uhr, Fr 09.00-16.00 Uhr.
Fremdenverkehrsamt Tunesien
Bahnhofstraße 69, CH-8001 Zürich
Tel: (01) 211 48 30/31. Fax: (01) 212 13 53.
E-Mail: info@tunisie.ch
Internet: www.tunisie.ch
Mo-Fr 09.00-18.00 Uhr.
Office National du Tourisme Tunisien (ONTT)
1 Avenue Mohamed V, TN-1001 Tunis
Tel: (071) 34 10 77. Fax: (071) 35 09 97.
E-Mail: info@tourismtunisia.com oder ontt@Email.ati.tn
Internet: www.tourismtunisia.com
Botschaft von Tunesien
Lindenallee 16, D-14050 Berlin
Tel: (030) 364 10 70. Fax: (030) 30 82 06 83.
Mo-Do 09.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr, Fr 09.00-13.00 Uhr.
Generalkonsulat mit Visumerteilung in Düsseldorf (Tel: (0211) 300 68 74/76) und Hamburg (Tel: (040) 22 74 80 18). Konsulate mit Visumerteilung in Hamburg (Tel: (040) 220 17 56/57) und München (Tel: (089) 55 45 51).
Botschaft von Tunesien
Opernring 5, 3. Stock, A-1010 Wien
Tel: (01) 581 52 81/82. Fax: (01) 581 55 92.
E-Mail: at.vienne@aon.at
Mo-Fr 08.30-16.00 Uhr (während des Ramadan: 08.30-14.00 Uhr).
Konsularabteilung der Botschaft
Opernring 1/R/7, A-1010 Wien
Tel: (01) 581 52 80. Fax: (01) 581 55 92.
Di-Sa 09.00-13.00 Uhr (Publikumsverkehr), 09.00-16.00 Uhr (tel. Anfragen).
Honorarkonsulate in Linz, Vomp und Wien.
Botschaft von Tunesien
Kirchenfeldstraße 63, CH-3005 Bern
Tel: (031) 352 82 26/27, 352 15 85. Fax: (031) 351 04 45.
E-Mail: at.berne@bluewin.ch
Mo-Fr 09.00-14.00 Uhr (Publikumsverkehr), 09.00-16.00 Uhr (tel. Anfragen).
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
1 Rue El Hamra, TN-Mutuelleville-Tunis (Belvédère)
Postanschrift: BP 35, TN-1002 Tunis (Belvédère)
Tel: (071) 78 64 55. Fax: (071) 78 82 42.
Internet: www.deutschebotschaft-tunis.org
Honorarkonsulat in Djerba.
Botschaft der Republik Österreich
16 Rue Ibn Hamdis, El Menzah I, TN-1004 Tunis
Postanschrift: BP 23, El Menzah I, TN-1004 Tunis
Tel: (071) 76 73 85, 75 10 91/94. Fax: (071) 76 78 24.
E-Mail: tunis-ob@bmaa.gv.at
Botschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Immeuble Stramica, Lot 11.02.02 A/UD, TN-Les Berges du Lac
Postanschrift: BP 56, TN-1053 Les Berges du Lac
Tel: (071) 96 29 97. Fax: (071) 96 57 96.
E-Mail: vertretung@tun.rep.admin.ch
Allgemeines
Fläche
163.610 qkm.
Bevölkerungszahl
9.924.742 (2003).
Bevölkerungsdichte
60,6 pro qkm.
Hauptstadt
Tunis. Einwohner: 699.700 (2003).
Geographie
Tunesien liegt an der Mittelmeerküste Nordafrikas, 130 km südwestlich von Sizilien und 160 km südlich von Sardinien. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, mit Klippen an der Nordküste und Wäldern im Landesinneren sowie tiefen, fruchtbaren Tälern und Wüsten, steilen Bergen und salzigen Niederungen, die unter dem Meeresspiegel liegen. Südlich von Gafsa und Gabès beginnt die Sahara. Vor der über 1000 km langen Küste liegen zahlreiche kleine Inseln, darunter Djerba im Süden und Kerkennah im Osten. Mit Pinien bewachsene Hügel erstrecken sich vom Nordwesten bis zum Südosten, dahinter liegen saftiges Weideland, Obstgärten, Weingüter und Olivenhaine.
Staatsform
Präsidialrepublik seit 1959 (Ausrufung der Republik 1957). Verfasung von 1959, letzte Änderung 1994. Einkammerparlament (Assemblée Nationale) mit 182 Mitgliedern, die alle fünf Jahre gewählt werden. Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: den Staatsrat, den Sozial- und Wirtschaftsrat, den Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat. Staatsoberhaupt: Zine el-Abidine Ben Ali, seit 1987; 1999 wiedergewählt. Regierungschef: Mohamed Ghannouchi, seit 1999. Unabhängig seit 1956 (ehemaliges französisches Protektorat).
Sprache
Amtssprache ist Arabisch. Tunesisch, ein westarabischer Dialekt, sowie Berber-Sprachen werden als Umgangssprachen gesprochen. Französisch ist Handels- und Bildungssprache – es wird als Zweitsprache in den Schulen gelehrt. Englisch und Deutsch versteht man mitunter in größeren Städten und Urlaubsorten.
Religion
99% Muslime (Sunniten). Jüdische, katholische und protestantische Minderheiten.
Ortszeit
MEZ (UTC + 1).
Netzspannung
220 V, 50 Hz.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon
Internationale Direktdurchwahl.
Landesvorwahl
216. Ortsnetzkennzahlen: Tunis und Bizerte (71), Manzil Burgiba (72), Sousse (73), Gabès (75), Kairouan (77), Tabarka, Beja und Indouba (78).
Mobiltelefon
GSM 900. Die Hauptanbieter sind Orascom Telecom Tunisie (Internet: www.orascomtunisie.com ) und Tunisie Telecom.
Faxe
Können in den großen Städten, Hotels und Postämtern aufgegeben werden.
Internet/E-Mail
Internetcafés sind in den größeren Städten wie Tunis oder Sousse vorhanden. Hauptinternetanbieter sind ATI (Internet: www.ati.tn ), Planet Tunisie (Internet: www.planet.tn ) und 3S Global Net (Internet: www.gnet.tn ). In Tunis, Tahar ben Amar, Sousse und Nabeul gibt es Internetcafés.
Telegramme
Das Telekommunikationszentrum in Tunis befindet sich in 29 Jamal Abdelnasser. Am Zentralpostamt an der Rue Charles de Gaulle in Tunis sowie in den meisten Hotels kann man Telegramme aufgeben.
Post
Luftpost nach Europa dauert 3-5 Tage. Einen Schalter für postlagernde Sendungen gibt es in den meisten Postämtern. Öffnungszeiten der Postämter: Sommer (i. allg. 1. Juli - 31. Aug.): Mo-Sa 08.00-13.00 Uhr. Winter: Mo-Fr 08.00-12.00 und 14.00-18.00 Uhr, Sa 08.00-12.00 Uhr. Während des Ramadan: Mo-Sa 08.00-15.00 Uhr.
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08. Internet: www.dwelle.de ) anzufordern.
Reisepaß/Visum
Reisepaß/Visum
| Land | Visa | Reisepass |
| Deutschland | Nein | Ja/1 |
| Österreich | Nein | Ja/1 |
| Schweiz | Nein | Ja/1 |
| Andere EU-Länder | Nein/Ja/2 | Ja/1 |
Reisepass
Allgemein erforderlich, muß während des Aufenthalts gültig sein. [1] Deutsche, österreichische und schweizer Staatsbürger, sowie Staatsbürger anderer EU-Länder (außer Dänemark, Estland, Großbritannien, Irland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) können im Rahmen einer Pauschalreise (unter Vorlage von Hin- und Rückflugtickets sowie Hotelvouchers für die Dauer des Aufenthalts) auch mit gültigem Personalausweis einreisen. Der deutsche Kinderausweis wird mit Lichtbild anerkannt. Sind Kinder im elterlichen Paß eingetragen, sollte ebenfalls ein Lichtbild enthalten sein. Die Vorlage eines Kinderausweises oder eigenen Reisepasses wird jedoch empfohlen.
Anmerkung
Der von den tunesischen Grenzbehörden ausgegebene Einreisenachweis Carte de visiteur non-résident ist sorgfältig aufzuheben und bei Wiederausreise vorzulegen.
Visum
Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger folgender Länder für Aufenthalte von bis zu 3 Monaten (sofern nicht anders angegeben):
(a) [2] Bundesrepublik Deutschland (max. Aufenthalt von 4 Monaten), Österreich, übrige EU-Länder (außer: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechische Republik und Zypern), (Griechenland für Aufenthalte von bis zu 1 Monat) und Schweiz;
(b) Algerien (unbegrenzter Aufenthalt), Antigua & Barbuda, Argentinien, Australien, Bahrain, Barbados, Belize, Bosnien-Herzegowina, Brunei, Bulgarien (bis zu 2 Monaten), Chile, Côte d’Ivoire, Dominikanische Republik, Fidschi, Gambia, Grenada, Guinea, Island, Japan, Kanada, Katar, Kiribati, Korea (Süd), Kroatien, Kuwait, Libyen, Liechtenstein, Malaysia, Mali, Marokko (unbegrenzter Aufenthalt), Mauretanien, Mauritius, Mazedonien (Ehem. Jugosl. Rep.), Monaco, Niger, Norwegen, Oman, Rumänien, Salomonen, San Marino, Saudi-Arabien, Senegal, Serbien und Montenegro, Südafrika, Seychellen, St. Kitts & Nevis, St. Lucia, St. Vincent & die Grenadinen, Türkei, USA (bis zu 4 Monaten), Vereinigte Arabische Emirate und Vatikanstadt.
(c) Alle Nationalitäten ausschließlich im Rahmen einer Pauschalreise, ausgenommen sind Staatsangehörige der folgenden Länder: Bolivien, Brasilien, China, Ghana, Iran, Israel, Kolumbien, Neuseeland, Peru, Philippinen, Singapur und Sri Lanka.
Anmerkung
Staatsbürger von Australien und Südafrika erhalten das Visum bei der Einreise am Flughafen. Auskünfte über die maximale Aufenthaltsdauer für Staatsbürger dieser Länder erteilt die zuständige konsularische Vertretung (s. Adressen).
Transit
Transitreisende, die innerhalb von 48 Std. (Staatsangehörige von China (VR), Libanon und Syrien innerhalb von 24 Std.) weiterreisen, über gültige Dokumente für die Weiterreise verfügen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Ausgenommen sind Staatsangehörige der folgenden Länder, die immer ein Transitvisum benötigen: Bolivien, Brasilien, Ghana, Iran, Israel, Kolumbien, Neuseeland, Peru, Philippinen und Singapur.
Visaarten
Touristen- und Transitvisum.
Visagebühren
Auskünfte erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen (s. Adressen).
Gültigkeitsdauer
Touristenvisum: Bis zu 3 Monate. Transitvisum: 2 Tage.
Antragstellung
Konsulat bzw. Konsularabteilung der Botschaft (s. Adressen).
Unterlagen
(a) Gültiger Reisepaß und Kopien der ersten fünf Seiten des Reisepasses. (b) 2 Antragsformulare. (c) 2 Paßfotos. (d) Gebühr (Postanweisung). (e) Reisebestätigung.
Bei postalischer Antragstellung ist ein frankierter, adressierter Rückumschlag (Einschreiben) beizulegen.
Anmerkung
Informationen zu internationalen Impfbescheinigungen, die für die Einreise erforderlich sind, können dem Kapitel Gesundheit entnommen werden.
Bearbeitungszeit
3 Wochen.
Geld
Währung
1 Dinar = 1000 Millimes. Währungskürzel: TD, TND (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten von 30, 20, 10 und 5 TD. Münzen gibt es in den Werten von 1 TD sowie 500, 100, 50, 20, 10 und 5 Millimes.
Geldwechsel
Geldumtausch ist in allen Banken sowie 3- und 4-Sterne-Hotels möglich. In den großen Städten und Touristengegenden gibt es Bankautomaten, an denen mit Kredit-/Bankkarten Bargeld in der Landeswährung abgehoben werden kann.
Kreditkarten
Eurocard, American Express, MasterCard, Diners Club und Visa werden fast überall akzeptiert. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Reiseschecks
Werden in allen Banken und Wechselstuben getauscht. Reiseschecks sollten in US-Dollar ausgestellt sein.
Wechselkurse
| TD | TD | TD | TD | TD | |
| Dez. '02 | Apr. '03 | Sept. '03 | Jan. '04 | Apr. '04 | |
| 1 € | 1,38 | 1,43 | 1,46 | 1,53 | 1,52 |
| 1 CHF | 0,94 | 0,95 | 0,94 | 0,98 | 0,97 |
| 1 US$ | 1,38 | 1,32 | 1,27 | 1,20 | 1,26 |
Devisenbestimmungen
Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist verboten. Fremdwährungen können in unbeschränkter Menge eingeführt werden, Beträge über 1000 TD müssen deklariert werden. Die Ausfuhr von Fremdwährungen ist auf die Einfuhrmenge beschränkt. Bis zu 30% des eingeführten und umgetauschten Betrages kann unter Vorlage der Umtauschquittungen vor der Ausreise wieder zurückgetauscht werden bis zu einem Maximum von 100 TD pro Person.
Öffnungszeiten der Banken
Sommer: Mo-Fr 07.30-11.00 Uhr; Winter: Mo-Do 08.00-11.00 und 14.00-16.15 Uhr, Fr 08.00-11.00 und 13.00-16.00 Uhr.
Duty Free
Duty Free
Folgende Artikel können zollfrei nach Tunesien eingeführt werden:
200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 400 g Tabak;
1 l alkoholische Getränke;
Parfüm für den persönlichen Gebrauch;
Geschenke bis zu einem Wert von 100 TD.
Einfuhrverbot
Waffen, Sprengstoff, Betäubungsmittel, Walkie-Talkies, pornographische Druckerzeugnisse.
Ausfuhrverbot
Für Antiquitäten ist eine Ausfuhrgenehmigung des Kulturministeriums erforderlich.
Gesetzliche Feiertage
Gesetzliche Feiertage
1. Jan. 2004 Neujahr. 2. Febr. Eid al-Adha (Opferfest). 20. März Unabhängigkeitstag. 21. März Tag der Jugend. 9. April Märtyrertag. 1. Mai Tag der Arbeit. 2. Juni Mouloud (Geburtstag des Propheten). 25. Juli Tag der Republik. 13. Aug. Tag der Frau.
7. Nov. Nationalfeiertag. 14. - 16. Nov. Aid el-Seghir (Ende des Ramadan).
1. Jan. 2005 Neujahr. 21. Jan. Eid al-Adha (Opferfest). 10. Febr. Hegire (Islamisches Neujahr). 20. März Unabhängigkeitstag. 21. März Tag der Jugend. 9. April Märtyrertag. 21. April Mouloud (Geburtstag des Propheten). 1. Mai Tag der Arbeit. 25. Juli Tag der Republik. 13. Aug. Tag der Frau. 3. - 5. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadam). 7. Nov. Nationalfeiertag.
Anmerkung
Islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Aid el-Seghir vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, wodurch es zu Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf kommen kann. Viele Restaurants sind tagsüber geschlossen, und der Genuß von Alkohol und Zigaretten kann begrenzt werden. Einige Unterbrechungen können auch während des Aid el-Seghir auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.
Gesundheit
Gesundheit
| Krankheit | Vorsorge | Impfbescheinigung |
| Gelbfieber | Nein | 1 |
| Cholera | 2 | 2 |
| Typhus & Polio | 3 | - |
| Malaria | Nein | - |
| Essen & Trinken | 4 | - |
[1]
Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die aus Infektionsgebieten kommen und über ein Jahr alt sind.
[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist für die Einreise nach Tunesien nicht erforderlich, das Risiko einer Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Reiseantritt ärztlichen Rat einzuholen.
[3]
Ein Impfschutz gegen Typhus wird empfohlen.
[4]
Leitungswasser ist gechlort und normalerweise unbedenklich, kann allerdings u. U. in der Umgewöhnungszeit leichte Magenbeschwerden hervorrufen, weshalb für die ersten Urlaubstage abgefülltes Wasser empfohlen wird. Trinkwasser außerhalb größerer Städte ist nicht immer keimfrei und sollte abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist pasteurisiert. Trocken- und Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser anrühren. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuß von rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen vorkommen, das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Hepatitis B ist endemisch.
Tollwut kommt landesweit vor. Bei Bißwunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesundheitsvorsorge
Tunesien hat eine relativ gute öffentliche Krankenversorgung. Vor Reisentritt sollte man sich bei seiner Krankenkassen den Urlaubskrankenschein TN/A 11 besorgen. Der Abschluß einer Reisekrankenversicherung wird empfohlen.
Reiseverkehr - International
Reisehinweis
Reisenden in Tunesien wird zur Zeit zu erhöhter Vorsicht geraten. Dieses gilt besonders für touristische Anziehungspunkte und religiöse Kultstätten. Weitere Informationen von den Reiseveranstaltern, Botschaften oder den Auswärtigen Ämtern.
Flugzeug
Linienflüge:
Die nationale Fluggesellschaft heißt Tunis Air (TU) (Internet: www.tunisair.com.tn ). Direktflüge von allen größeren europäischen Städten, u. a. Frankfurt – Tunis, Monastir; Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München – Tunis; Wien – Tunis; Zürich, Genf – Tunis.
Direktflüge nach Tunesien bieten u.a. auch die Deutsche Lufthansa und Air France.
Billigflüge:
Air Berlin (Internet: www.airberlin.com ) fliegt von den meisten internationalen deutschen Flughäfen nach Djerba und nach Monastir.
Durchschnittliche Flugzeiten
Frankfurt – Tunis: 2 Std. 20; Wien – Tunis: 2 Std. 15; Zürich – Tunis: 2 Std. 10; Genf – Tunis: 1 Std. 55; Frankfurt – Monastir: 2 Std; Frankfurt – Djerba: 3 Std. 45; Wien – Djerba: 3 Std. 55 (eine Zwischenlandung).
Internationale Flughäfen
Tunis (TUN)
(Carthage International) liegt 8 km nordöstlich von Tunis (Fahrzeit 15-30 Min.). Banken, Post, Duty-free-Shops, Tourist-Information, Mietwagenschalter, Bars, Restaurants. Zubringerbus zur Stadt alle 15 Min. Linienbusse alle 30 Min. Die Fahrt zum Flughafen beginnt am Hotel Africa Meridien. Taxis berechnen Nachtzuschlag.
Djerba (DJE)
(Melita) liegt 8 km von der Stadt entfernt.
Monastir (MIR)
(Skanes) liegt 8 km außerhalb der Stadt.
Sfax (SFA)
liegt 15 km von der Stadt entfernt.
Tozeur (TOE)
(Nefta) liegt 10 km von der Stadt entfernt.
Tabarka (TBJ) (7 Novembre) liegt 15 km von Tabarka entfernt.
Alle Flughäfen haben Bars, Restaurants, Duty-free-Shops; auch Taxis stehen überall zur Verfügung.
Ein neuer Flughafen entsteht momentan bei Enfidha, ca. 30 km südlich von Tunis gelegen. Er wird voraussichtlich Mitte 2004 in Betrieb genommen.
Anmerkung: Die Landeswährung wird in Duty-free-Shops nicht angenommen.
Flughafengebühren
45 TD nur für Tunesier, Kinder unter 2 Jahren sind davon ausgenommen.
Schiff
Regelmäßige Fährverbindungen, u.a. mit SNCM (Ferry Terranée) (E-Mail: info@sncm.fr , Internet: www.sncm.fr ) und mit der Tunesischen Schifffahrtsgesellschaft CTN (La Compagnie Tunisienne de Navigation) (Internet: www.ctn.com.tn ), von Frankreich, Italien und Korsika nach Tunesien. Alle Fährgesellschaften haben Vertretungen in europäischen Städten. Einzelheiten teilt das Fremdenverkehrsamt mit. Nachstehend die Hauptfährverbindungen mit der jeweiligen Dauer der Überfahrt:
Marseilles – Tunis: 21-24 Std.
Genua –Tunis: 21-24 Std.
Barcelona – Tunis: 28 - 30 Std.
Livourne – Tunis: 25 - 27 Std.
Trapani (Sizilien) – Kelibia: 3 Std. (Luftkissenboot von Mai bis September).
Costa Cruises bietet in den Sommermonaten Kreuzfahrten von Genua nach Tunesien an.
Bahn
Tägliche Verbindung zwischen Tunis und Algier: Der Transmaghreb verkehrt wieder. Von Tunis fährt er zum Grenzbahnhof Ghardimaou, wo jedoch nur noch eine Wagenübergabe an einen algerischen Zug bis Annaba stattfindet. Oft aber müssen Reisende im internationalen Verkehr umsteigen, denn wenn die algerische SNTF keinen Kurswagen bringt, übergibt die tunesische SNCFT auch keinen. Reisen innerhalb Algeriens sollten möglichst auf dem Luftweg erfolgen.
Bus/Pkw
Es gibt mehrere Grenzübergangsstellen von Algerien: von Annaba nach Tabarka an der Küste entlang, von Souk Ahras nach Ghardimaou (Ghar ad-Dima) und von El Qued nach Gafsa. Von Libyen fährt man an der Küste entlang nach Gabès über Ben Gardane und Ras Ajdir. Reisen innerhalb Algeriens sollten möglichst auf dem Luftweg erfolgen.
Reiseverkehr - National
Flugzeug
Das Inlandflugnetz wird von Tuninter (UG) betrieben, die im Ausland von Tunis Air (TU) vertreten werden. Es gibt eine Linienflugverbindung von Tunis nach Sfax (täglich Dienstag bis Freitag, zwei Flüge am Montag) Linienflüge zwischen Tunis und Djerba (sieben bis achtmal täglich, Flugzeit 1 Std. 5 Min.). Tozeur (Sahara) wird mehrmals wöchentlich von Tunis aus angeflogen. Die Preise sind recht günstig und die Flüge oft ausgebucht, Vorausbuchung wird empfohlen.
Schiff
Fähren verbinden Sfax und die Kerkennah-Inseln zweimal täglich, Djorf und die Insel Djerba regelmäßig tagsüber.
Bahn
Das Bahnnetz von Tunesien ist zum kleineren Teil in Normalspur (1435 mm) und zum größten Teil in Meterspur verlegt. Die SNCFT betreibt alle Fernreisezüge und die Vorortsbahnen von Tunis/Hammam Lif und Sousse/Monastir/Mahdia innerhalb Tunesiens. Neu ist die Strecke, die am Bahnhof Kalaa Séghira beginnt, an Sousse vorbeiführt und im Bahnhof M'Saken, gut 10 km südlich von Sousse, endet. Fast alle Fernzüge der SNCFT sind klimatisiert und führen auch einen Getränkeservice. Alle klimatisierten Züge sind zuschlagpflichtig. Es verkehren in der Regel Fernzüge mit Wagen der Grand-Comfort-Klasse, 1. und 2. Klasse. Auf der Linie Tunis-Sfax verkehren die schnellsten Meterspurzüge der Welt. Die schnellsten Züge auf der Strecke Tunis-Sousse-Sfax verfügen über individuellen Service am Sitzplatz. Zahlreiche Ferienorte Tunesiens sind direkt mit der Bahn erreichbar, u.a. Hammamet, Nabeul, Sousse, Monastir, Mahdia, Moknine und Gabès. Mit den Fernzügen der SNCFT erreicht man täglich, meist mehrmals, folgende Städte und wichtigen Zentren ab Tunis: Mateur, Bizerte, Béjà, Jendouba, Ghardimaou, Pont du Fahs, Gaafour, Kalaa Khasba, Grombalia, Hammamet, Nabeul, Enfidha, Sousse, Monastir, Moknine, Mahdia, El Jem, Sfax, Mahres, Gabès, Gafsa und Metlaoui. Insgesamt verlassen jetzt 13 Züge an Werktagen und 11 am Wochenende Tunis nach Süden. Gabès wird viermal täglich bedient. Zwischen Tunis und Metlaoui verkehrt weiterhin der Nachtzug, sowie zusätzlich ein Eilzug zwischen Sfax und Metlaoui.
Fahrkarten und Railpässe müssen vor Reiseantritt gelöst werden. Aktuelle Fahrpläne der SNCF gibt es online unter www.fahrplancenter.com . Vorausbuchung ist notwendig.
Eine besonders atemberaubende Fahrt bietet der Lézard Rouge durch die Selja-Schlucht im Atlasgebirge. Der von einer Diesellok gezogene Zug wird aus historischen und originalgetreue restaurierten Wagen gebildet und verkehrt mehrmals wöchentlich in der Touristensaison zwischen Metlaoui und Tabeditt und zurück. Für den Lézard Rouge sind besondere Fahrkarten erforderlich.
Ermäßigungen
Rundreisefahrkarten wie die Carte Bleue (Internet: www.fahrplancenter.com ) sind verbilligt, Kinder unter 4 Jahren fahren umsonst.
Die Carte Bleue gilt weder für den Lézard Rouge, noch im Straßenbahnsystem von Tunis (SMLT) und auch nicht in der elektrischen Vorortbahn (TGM) von Tunis.
Bus/Pkw
Tunesien verfügt im Norden über ein gut ausgebautes Straßennetz. Kraftsstoff ist preiswert, bleifreies Benzin ist allerdings nicht an allen Tankstellen erhältlich. Bei Pannen hilft kostenlos die Garde Nationale (Nationalgarde) – normalerweise wird die nächste Werkstatt benachrichtigt. Fernbus: Die Société Nationale du Transport Interurbain (SNTRI) und andere Buslinien verbinden die Städte und sind preiswert und verhältnismäßig bequem. Passagiere dürfen 10 kg Gepäck ohne Aufpreis mitführen; jedes Gepäckstück muß registriert werden. Die größte Schwierigkeit besteht darin, herauszufinden, welcher Bus wann wohin fährt. Langstreckentaxis werden Louages genannt und dürfen bis zu 5 Fahrgäste transportieren. Sie sind weiß mit roten Streifen. Wenn das Taxi voll besetzt ist, fahren sie zu jedem gewünschten Reiseziel in Tunesien. Die Louages haben feste Preise pro Person. Es gibt viele Louage-Haltestellen; sie sind das schnellste öffentliche Verkehrsmittel, und die Preise sind den Bus- und Bahnpreisen ähnlich. Wichtig: Die Schilder auf dem Wagen geben den Heimatort des Taxis an, nicht das Reiseziel. Dieses wird laut vom Fahrer ausgerufen. Mietwagen gibt es in allen touristisch erschlossenen Orten. Informationen erteilen z.B. die Fremdenverkehrsbüros. Eine Vermittlung über die meisten Hotels ist ebenfalls möglich, aber teurer als wenn man sich direkt an das Unternehmen wendet. Außer den internationalen Agenturen wie Hertz, Avis, Sixt, Budget und Europcar, die auch an allen Flughäfen ihre Vertretungen haben, gibt es nationale Autoverleihfirmen, die in den meisten Fällen preiswerter sind. Der Fahrer muß mindestens 21 Jahre und der Führerschein mindestens 12 Monate alt sein. Fahrräder und Motorräder können in den meisten größeren Städten gemietet werden.
Höchstgeschwindigkeiten:
in Städten: 50 km/h,
auf Schnellstraßen: 100 km/h.
Unterlagen: Zulassung, gültiger Führerschein und Grüne Versicherungskarte. Eine Versicherung für 21 Tage kann man an der Grenze abschließen.
Anmerkung
Aus Sicherheitsgründen ist es verboten, in die Sahara zu fahren, ohne dem Posten der Nationalgarde der nächstgelegenen Stadt die genaue Fahrtroute, geplante Dauer und das Endziel mitzuteilen. Volle Verpflegung, genügend Wasser, ein entsprechend ausgerüstetes, absolut fahrtüchtiges Fahrzeug und ein erfahrener Führer sind notwendig.
Stadtverkehr
Öffentliche Verkehrsbetriebe (SNT) (Internet: www.snt.com.tn ) versorgen alle Städte, die Verkehrsmittel sind zahlreich, aber überfüllt. In Tunis sind Monats- und Zehnerkarten in den Postämtern erhältlich. Tunis und Sousse haben ein Straßenbahnnetz (Métro Léger), in Tunis gibt es auch Nahverkehrszüge zu den Außenbezirken Goulette und La Marsa. Taxi: Innerhalb von Tunis und anderen Städten gibt es zahlreiche Stadttaxis, alle haben Taxameter. Die kleinen Taxis in den Städten sind sehr preiswert. Die Fahrt wird pro Kilometer berechnet, dazu kommt eine Grundgebühr. Man sollte nur den angezeigten Fahrpreis bezahlen (plus Trinkgeld). 50% Nachtzuschlag zwischen 21.00-05.00 Uhr. Der Transport mehrerer Gepäckstücke kostet extra. Höchstens drei Fahrgäste werden mitgenommen.
Fahrzeiten
von Tunis zu den folgenden größeren tunesischen Städten (ungefähre Angaben in Std. und Min.):
| Flugzeug | Bahn | Bus/Pkw | |
| Hammamet | - | 1.00 | 0.45 |
| Nabeul | - | 1.00 | 0.45 |
| Sousse | - | 2.30 | 2.00 |
| Port el Kantaoui | - | 2.30 | 2.00 |
| Monastir | 0.35 | 3.00 | 3.00 |
| Sfax | 0.50 | 4.00 | 4.00 |
| Gabès | - | 6.00 | 5.00 |
| Djerba | 0.60 | - | 7.00 |
| Tozeur | 1.10 | - | 6.00 |
Anmerkung
Reisenden nach Port el Kantaoui wird empfohlen, mit der Bahn nach Sousse zu fahren und die restlichen 7 km per Taxi zurückzulegen. Um nach Monastir zu gelangen, sollte man ebenfalls nach Sousse fahren und in die Métro Léger umsteigen. Nach Djerba fährt man am besten mit der Bahn nach Gabès und benutzt dann den Zubringerbus.
Unterkunft
Hotels
Tunesien hat ca. 160.000 Hotelbetten. Außerdem gibt es überall Feriendörfer. In Tabarka befindet sich ein Luxus-Resort. Ein Verzeichnis der Unterkünfte ist vom Fremdenverkehrsamt erhältlich.
Kategorien: Die Hotels sind in fünf Kategorien eingeteilt, das Spektrum reicht von Deluxe (5 Sterne) bis einfach (1 Stern).
Marhalas
Sind umgebaute Karawansereien und bestehen oft aus miteinander verbundenen unterirdischen Häusern. Sie haben ihre eigenen Restaurants, in denen landestypische Gerichte serviert werden. Es gibt Marhalas in Houmt Souk, Nefta und Kairouan. In Matmata sind zwei originalgetreue Höhlenwohnungen als Touristenhotels gebaut worden, außerdem sind einige der früher als Kornspeicher genutzten Ksars zu Touristenunterkünften umgewandelt worden.
Jugendherbergen
Stehen allen Mitgliedern des JHW zur Verfügung. Vorausbuchung wird empfohlen, besonders für Reisegruppen. Näheres vom Fremdenverkehrsamt.
Camping
Mit der Erlaubnis des Eigentümers, der Polizei oder der Nationalgarde kann man am Strand oder in den Parks zelten. Die größten Campingplätze sind Le Moulin Bleu in Hammam-Plage (20 km von Tunis entfernt); L’Auberge des Jasmins in Nabeul (65 km von Tunis), mit Duschen, Waschbecken, Toiletten, heißem und kaltem Wasser, Geschäft, Restaurant, Freilichtbühnen und einem großen Orangenhain; L’Ideal Camping in Hammamet (60 km von Tunis entfernt) mit Restaurant; Sonia Camping & Caravan in Zarzis (505 km von Tunis) und das Jugendzentrum von Gabès (404 km von Tunis entfernt und nur im Sommer geöffnet).
Jugendherbergen
Gruppenreservierungen in Jugendherbergen sollten möglichst im Voraus gebucht werden. Die Association Tunisienne des Auberges et Tourisme de Jeunes, 10 rue Ali Bach Hamba, BP 320, TN-1015 Tunis. (Tel: (71) 35 32 77. Fax: (71) 35 21 72. E-Mail: ataj@planet.tn ; Internet: www.cybertunisia.com/ataj ) erteilt weitere Informationen.
Urlaubsorte & Ausflüge
Urlaubsorte & Ausflüge
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Zur besseren Übersicht ist Tunesien hier in sechs Regionen und eine gesonderte Rubrik über Historische Stätten unterteilt.
Tunis und Umgebung
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Tunis ist eine moderne Hauptstadt mit eleganten Hotels, Geschäften und Unterhaltungsmöglichkeiten aller Art. In der Mitte liegt die Medina (die Altstadt), eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte der islamischen Welt. Der Haupteingang an der Porte de France und der britischen Botschaft führt direkt zur Rue Djamaa Ez-Zitouna, der Hauptstraße der Souks (Märkte). Weitere Souks, die sich mitunter auf ganz bestimmte Produkte spezialisiert haben, zweigen von der Hauptstraße ab. Djamaa Ez-Zitouna, die große Moschee, ist eine gute Orientierungshilfe.
Das Bardo-Museum ist im ehemaligen Palast des Bey untergebracht und beherbergt karthagische, römische, byzantinische und arabische Schätze. Das Nationalmuseum hat prähistorische, punische, römische und byzantinische Ausstellungsstücke und steht auf den Ruinen des Antonius-Bades, das man ebenfalls besichtigen kann.
Im bewaldeten Belvédère-Park oberhalb der Stadt gibt es einen moslemischen Pavillon und einen Zoo. Im Vorort La Soukra findet man einen Golfplatz und Reitställe.
Urlaubsorte
Im Nordosten von Tunis liegt der Hafen und Badeort La Goulette; dort kann man an heißen Sommernächten vor den Restaurants und Cafés sitzen und Fischspezialitäten und andere tunesische Gerichte an der frischen Luft genießen. Weiter an der Küste entlang gibt es die Ruinen von Karthago zu besichtigen, einer Stadt, die einst ebenso berühmt war wie Rom (s. Historische Stätten); Sidi-Bou Said, La Marsa und Gammarth sind ebenfalls sehenswert. Alle Städte können von Tunis aus mit der Bahn erreicht werden. Sidi-Bou Said ist eine mit Bougainvillea, Nelken und Geranien bewachsene Landspitze mit vielen, im andalusischen Stil erbauten Villen mit leuchtendblauen Türen und Fensterläden. La Marsa, Gammarth und Raouad liegen in einer grünen Landschaft mit herrlichen Sandstränden und bieten ausgezeichnete Hotels, internationale Restaurants und ein interessantes Nachtleben.
In den südlichen Randgebieten liegt Hammam-Lif, ein kleines Urlaubsdorf am Strand, das vom Djebel Bou Kornine (einem Berg mit zwei Gipfeln) überragt wird.
Der Norden
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Dieser als »Grünes Tunesien« bekannte Landesteil ist eine wunderschöne Gegend mit Hügeln, Bergen und fruchtbaren Ebenen. Das Wetter ist auch im Sommer etwas kühler als im Süden. Die Hotels an der Küste sind erstklassig. Bizerte war früher die römische Stadt Hippo Dyarrytus. Der alte Fischereihafen, die Kasbah (arabisches Altstadtviertel) und das andalusische Viertel sind erhalten geblieben. Breite Alleen ziehen sich durch die Stadt, moderne Hotels mit schönen Gärten und die prächtige Kongreßhalle liegen an der Corniche oberhalb der Dünen. Die Landschaft um Cap Bizerte, Cap Blanc, den Bizerte-See und den Ichkeul-See lädt zu Spazierfahrten ein. Der Ichkeul-See ist das Habitat vieler Arten von Federwild und der bewaldete Djebel Ichkeul die Heimat von Büffeln.
Utica, 32 km von Bizerte und Tunis entfernt, ist eine alte phönizische Siedlung (s. Historische Stätten). Raf Raf in der Nähe ist ein bezauberndes Dorf auf einer Hügelkuppe.
Nach Tabarka, einer Hafen- und Urlaubsstadt ca. 140 km westlich von Bizerte, gelangt man über eine kurvenreiche Straße, die durch Teskraia und Djebel Aboid führt. Die friedliche Stadt Tabarka hat eine genuesische Festung, die Einwohner betreiben Fischfang (Seehecht und Meerbarbe) und tauchen nach Korallen. Die Korallenbänke laden zum Erforschen mit der Taucherbrille ein. Ein großer 10.000-Betten-Komplex wird gerade gebaut, ebenso ein Jachthafen. In der Nähe des Hügeldorfs und Seebads Ain Draham kann man das ganze Jahr über Rotwild, Luchse und Schakale beobachten. Weiter südlich, an Bulla Regia (s. Historische Stätten) vorbei, stößt man auf das hochgelegene El Kef mit Thermalquellen.
Cap Bon
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Hammamet, 65 km von Tunis entfernt, liegt an der Südspitze von Cap Bon und ist Tunesiens beliebtester und am besten erschlossener Urlaubsort. Die Hotels sind in den unterschiedlichsten maurischen Baustilen errichtet worden. Die vom Meer umgebene Medina (Altstadt) hat eine Stadtmauer und wird von einer goldbraunen Kasbah bewacht, von deren Türmen aus man einen herrlichen Blick hat. Das türkische Bad (Hammam) ebenso wie die Kasbah und die Moschee stammen aus dem 15. Jahrhundert. Auch ausländische Besucher dürfen das Bad benutzen.
Ein breiter Sandstrand führt von der Medina aus zum Erholungsgebiet. Direkt dahinter liegen die Läden, Restaurants, Nachtklubs, Bars und Cafés. Das Unterhaltungsangebot der Ferienhotels umfaßt u. a. Diskotheken und Folkloreabende.
Das Internationale Kulturzentrum hat eine der schönsten Gartenanlagen Tunesiens. Sie ist Schauplatz für Konzerte unter freiem Himmel, für Bühnenstücke von internationalem Rang und Folklore-Darbietungen.
Nabeul ist eine moderne Stadt ca. 10 km östlich von Hammamet. Sie steht auf Ruinen aus punischer und römischer Zeit und hat ihre jahrhundertealte Tradition der Herstellung von Tontöpfen und feiner Keramik, Parfüm, Spitze und Lederwaren beibehalten. Jeden Freitag ist Markttag. Die Hotels und Ferienhäuser, die im traditionellen Stil gebaut sind, liegen nahe am wunderschönen Strand und den Geschäften und Freizeitanlagen. Weitere Informationen s. Unterkunft.
Cap Bon hat ein ganzjährig mildes Seeklima, eine leicht erreichbare Küste und ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Cap Bon ist die Landzunge zwischen dem Golf von Tunis und dem Golf von Hammamet und ein großes Weinanbaugebiet, in dem auch Feigen, Oliven, Orangen, Zitronen und Getreide angebaut werden. Der ehemalige Palast des Bey von Tunis in Korbous ist in ein Kurzentrum umgewandelt worden, in dem Arthritis und Hautkrankheiten mit therapeutisch wirksamen Mineralwassern behandelt werden. Vom nahegelegenen Fischerstädtchen Sidi Daoud aus kann man die Inselchen Zembra und Zembretta erreichen.
El Haouraria liegt in der Waldregion am Rande des Kaps. Alljährlich überfliegen zahlreiche Zugvögel das Dorf, und jeden Frühling findet hier ein Fest der Falkner statt. Ganz in der Nähe ragen die Klippen bis zu 400 m hoch auf. Kerkouane hat eine große archäologische Ausgrabungsstätte aus der punischen Zeit. Kelibia ist ein Fischerstädtchen mit Burgruine.
Landeinwärts von Cap Bon liegen Zaghouan und Thuburba Majus (s. Historische Stätten).
Die Ostküste
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Dieses zentrale Küstengebiet bietet eine Hügellandschaft und Gärten und Haine mit Oliven-, Granatapfel- und Mandelbäumen. Die Hügel enden in weißen Sandstränden, Felsenklippen und Unterwasserfelsen. In den Dörfern der steinigen Landschaft werden Oliven und Obst angebaut. In kleinen Museen sind Sammlungen mit jahrhundertealtem Goldschmuck zu sehen. Viele Handwerker in den Städten üben auch heute noch die Goldschmiedekunst aus. Diese Gegend ist auch für traditionelle Webstoffe bekannt. Besonders bemerkenswert sind die Baumwollstoffe von Ksar Hellal und die Wollstickereien von Mahdia und El Djem (s. Historische Stätten). In Hergla werden Filter aus Alfalfa hergestellt, die im ganzen Land für die Olivenpressen benutzt werden. Viele der Städte und Dörfer stehen auf Ruinen römischer und punischer Siedlungen. Die Museen von Sousse und El Djem beherbergen Sammlungen mit ungewöhnlichen Mosaiken, die den außergewöhnlichen Reichtum dieser Gegend während der römischen Herrschaft zeigen. Dieser Reichtum war einer der Gründe, der die Araber bewog, die größten Städte hier zu errichten – Kairouan, ein wichtiger religiöser Mittelpunkt, und Mahdia, heute ein beliebter Urlaubsort.
Sousse, Tunesiens drittgrößte Stadt, ist eine bedeutende Hafenstadt und liegt in einer günstigen Position an der Ostküste. Die Sandstrände reichen bis zum 7 km entfernten Port el Kantaoui im Norden und sind ideal für Pferde- und Kamelritte. Die meisten Hotels liegen außerhalb dieser modernen Stadt, deren Cafés, Bars, Diskotheken und ausgezeichnete Restaurants Alternativen zu den von den Hotels angebotenen Unterhaltungen und Folkloreabenden bieten. Imposante uralte Wehrgänge umgeben die Altstadt. Das Ribat aus dem 8. Jahrhundert gehört zu einer Kette von befestigten Klöstern, die gebaut wurden, um Nordafrika gegen Angriffe der Christen zu verteidigen. Von den Wachtürmen aus hat man einen guten Blick über die Medina und die Gartenterrasse des Museums – dessen faszinierende »Zeichentrick«-Mosaiken man gesehen haben muß.
Port el Kantaoui ist ein Gartenstädtchen mit Jachthafen und einem Meisterschafts-Golfplatz. Viele Hotels haben große Rasenflächen, die zu den feinsandigen Stränden herabführen. Es gibt ausgezeichnete Möglichkeiten zum Hochseefischen.
Monastir, 24 km weiter südlich, ist ein kleiner Urlaubsort und bekannt für seine Moschee aus dem 10. Jahrhundert. Monastir ist eine Mischung aus alt und modern. Während der Hochsaison gibt es zahlreiche Feste und Pferderennen. Außerdem kann man auch ein Museum für Islamische Kunst besuchen.
21 km weiter südlich liegt der Marktort Moknine. Ein Teil der Bevölkerung ist jüdisch, und ihr traditioneller Schmuck gehört zu den faszinierendsten Ausstellungsstücken im kleinen Volksmuseum.
Mahdia liegt 25 km weiter südlich an der Küste, ist ein Fischerstädtchen und Urlaubsort. Der allgegenwärtige Obaid Allah, bekannt als der Mahdi, baute Mahdia im 10. Jahrhundert zur Hochburg und Hauptstadt der Fatimiten-Dynastie auf.
Die Inseln Djerba und Kerkennah
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Die Insel Djerba hat eine Größe von 514 qkm und ist über einen 6 km langen Damm mit dem Festland verbunden. Eine Fähre verkehrt regelmäßig, und es gibt einen Flughafen. Houmt Souk ist die Marktstadt für die umliegenden Bauernhöfe und Dörfer. Es gibt ca. 40 Hotels an den Stränden. Mehrere Dörfer auf Djerba spezialisieren sich auf ein bestimmtes Produkt – in Guellala wird z. B. Keramik hergestellt, und in Adjim taucht man nach Naturschwämmen.
Kerkennahs zwei bewohnte Inseln, Gharbi und Chergui, sind mit der Autofähre vom schönen Sfax aus erreichbar. Es gibt ein Feriendorf und mehrere Hotels. Die einzige vorhandene Industrie ist die Fischerei. Kerkennah ist bekannt für seine traditionellen und farbenfrohen Hochzeiten.
Zentraltunesien
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Die Oasen und Chotts (riesige getrocknete Salzseen) lassen eine eigenartige und unheimliche Atmosphäre entstehen. Die Chotts sind im Sommer weiß überkrustet (zu dieser Jahreszeit sind die Straßen am besten befahrbar) und erwecken den Eindruck unendlicher Weite. Trugbilder in Form von Palmen kann man manchmal am Nachmittag sehen. In den Oasen wachsen zahllose Dattelpalmen.
Das leicht erreichbare Gabès ist eine im Süden gelegene Oase am Meer; man kann mit einer Pferde-Calèche durch die Straßen der Oase fahren. Gabès hat auch einen Hafen und ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge durch die Chotts zu den landeinwärts gelegenen Oasen Gafsa, Tozeur, Nefta und Douz oder weiter südlich zur Sahara und den Matmata-Bergen (s. Der Süden). Gafsa, etwa 160 km landeinwärts, ist eine Stadt mit rosaroten Mauern; eine Thermalquelle (30°C) verteilt sich über drei römische Zisternen. Der Zoo liegt am Stadtrand.
Tozeur ist vielleicht die üppigste Oase des ganzen Landes. 200 Quellen bewässern Tausende der besten Dattelpalmen. Man kann auf einem Esel oder auf einem Kamel durch die Oase reiten. Die Gebäude wurden aus ungebrannten Ziegeln in einem geometrischen Muster gebaut. Tozeur hat einen internationalen Flughafen und wird oft, wie auch Nefta, mit einem Küstenort kombiniert als Pauschalreiseziel angeboten.
Nefta: Die Stadt besteht aus sandfarbenen Häusern und liegt auf einem Hügel oberhalb der Oase. Trotz eines luxuriösen 4-Sterne-Hotels fühlt man sich wie in einer abgelegenen Grenzstadt. Nördlich von Tozeur und Nefta liegen die von Lehmwällen umgebenen Dörfer Chebika, Tamerza und Mides.
Im Südosten, hinter Kebili, liegt Douz an der Grand Erg Oriental, dem großen Sandsee der östlichen Sahara. Donnerstags wird der Kamelmarkt abgehalten, der, ebenso wie die Marhoul-Zeremonie, äußerst schöne Fotos liefert – dieses Sahara-Fest findet jedes Jahr im Januar in der Nähe von Douz statt; man feiert den Beginn des saisonbedingten Abwanderns der Nomaden in die Wüste mit Ritualen wie Kamelringen und Dichterturnieren, Folkloretänzen und musikalischen Darbietungen.
Mitunter sieht man eine »Wüstenrose«: kristallisierte Mineralien werden durch starke Sonnenbestrahlung zu blumenähnlichen Formen »gebacken«.
Anmerkung
Jeder Ausflug in die Wüste muß sehr sorgfältig geplant werden; ein entsprechendes Fahrzeug, ausreichende Verpflegung, genug Wasser und ein erfahrener Führer sind lebensnotwendig (s. Reiseverkehr - National). Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants findet man überall in Südtunesien. Gepflasterte Straßen und Sandwege ermöglichen die Fahrten zu Sehenswürdigkeiten.
Der Süden
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Ein unterirdisches Hotel in einer Mondlandschaft, Höhlensiedlungen tief im Berg und wie gigantische Honigwaben anmutende Häuser in uralten steinernen Getreidesilos sind nur einige der faszinierenden Sehenswürdigkeiten, die man südlich von Gabès, Djerba oder Zarzis besuchen kann.
Tunesien, und besonders der Süden des Landes, diente viele Male als Kulisse für Hollywoodfilme. Unter anderem wurden hier Teile der Star Wars-Filme (Krieg der Sterne) gedreht. Örtliche Veranstalter bieten Ausflüge zu den bekanntesten Drehorten an. Weitere Informationen sind von den Fremdenverkehrbüros erhältlich.
Matmata und andere Berberdörfer bestehen zum großen Teil aus in den Erdboden gegrabenen Vertiefungen: ein guter Schutz gegen Sommerhitze und rauhe Winterwinde. Es gibt sogar unterirdische Ölfabriken, in denen Kamele benutzt werden, um die Olivenpressen zu betreiben. Kuppeln, die über den Erdboden reichen, sind Zeichen für Marabouts, Schreine heiliger Männer.
Die Landschaft Matmatas besteht aus stark verwitterten kegelförmigen Hügelchen, die von engen Schluchten durchzogen werden, in denen hier und da Oliven- und Feigenbäume wachsen.
Die Straße südöstlich von Gabès führt durch Mareth nach Medenine. Diese Marktstadt hat ein Ksar, eine befestigte Zitadelle, die von alten Getreidespeichern (Ghorfas) umgeben ist; einige der Silos sind 2-3 Stockwerke hoch und z. T. bewohnt. Andere Ghorfas wurden zu Gasthäusern umgebaut oder sind kleine Läden, in denen man Silberschmuck der Beduinen kaufen kann. Auf einer Rundfahrt von Medenine nach Foum Tataouine kann man weitere Ksars besichtigen, einschließlich Ksar Djouama (14. Jh.), Beni Kheddache auf einer Bergspitze, Haddada mit einem kleinen Hotel und Ghoumrassen in einem Tal. Alle haben Höhlenwohnungen. Die Straße sollte mit einem Jeep befahren werden.
Die schönsten Berg-Ksars sind Ouled Soltane, südlich von Tataouine und Chenini im Westen. Die Straße nach Chenini führt im Zickzack durch eine zimtfarbene Berglandschaft.
Die Ausläufer der Sahara liegen südlich von Tataouine, Remada und Borj Bourguiba. Einige örtliche Reiseunternehmen veranstalten Fahrten mit dem Landrover. Individualreisende sollten strengste Vorsorgemaßnahmen treffen, man kann in der Wüste sehr leicht die Orientierung verlieren. Es ist lebensnotwendig, den Posten der Nationalgarde in Medenine oder der nächstliegenden Stadt zu benachrichtigen. Reiseroute, Zeitdauer und Ziel der Fahrt müssen dem diensthabenden Offizier mitgeteilt werden; ein entsprechendes Fahrzeug muß mit ausreichend Wasser, Lebensmitteln, Reparatur- und Erste-Hilfe-Ausrüstung und Zelt ausgestattet sein. Es sollte nur ein erfahrener Führer mitgenommen werden, und es ist angebracht, genaue Wettervorhersagen einzuholen, besonders für längere Fahrten. Am besten macht man sich zusammen mit anderen Fahrzeugen auf den Weg und hinterläßt an jedem Gardeposten die Reiseroute.
Zarzis in der Nähe von Djerba ist ein Urlaubsort mit einer Oase an der Küste, die aus rund 500.000 Palmen und 100.000 Olivenbäumen besteht.
Historische Stätten
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Tunesien verfügt über eine große Zahl teilweise gut erhaltener Überreste punischer, römischer, byzantinischer und islamischer Siedlungen.
Die bekannteste historische Stätte ist Karthago in der Nähe von Tunis, Stadt der legendären Königin Dido, die mit Rom um die Vorherrschaft im Mittelmeerraum rang.
Wahrzeichen der kleinen weißgetünchten Stadt El Djem (40 km landeinwärts von Mahdia) ist das gut erhaltene Kolosseum. Die ockerfarbenen Außenwände sind 35 m hoch, einst gab es hier 30.000 Sitzplätze.
Kairouan(50 km landeinwärts von Sousse) ist nach Mekka, Medina und Jerusalem die viertwichtigste Stadt des Islam. Sie wurde 670 n. Chr. von einem Anhänger des Propheten Mohammed gegründet, der viele wundersame Erscheinungen hatte und steht an der Stelle, an der eine Quelle entsprang. Es heißt, daß sieben Besuche in Kairouan einer Fahrt nach Mekka entsprechen. Der Vorhof der Großen Moschee (die auch von »Ungläubigen« besucht werden darf) soll an heiligen Tagen bis zu 200.000 Pilger aufnehmen können. Es gibt viele andere Moscheen und Schreine, die Große Moschee ist jedoch die heiligste Stätte. Der Gebetsraum wird von einem mehrfarbigen »Säulenwald« aus römischer, byzantinischer und arabischer Zeit getragen. Die 5 m hohe, kunstvoll geschnitzte Holzkanzel stammt aus dem 9. Jahrhundert, wie auch das Minarett mit 128 Stufen.
Utica ist von Tunis oder Bizerte aus erreichbar und war bereits um 1100 v. Chr. eine phönizische Kolonie. Damit ist sie älter als Karthago, ihre Rivalin späterer Jahrhunderte. Durch ein großes Rundbogentor kann man den Marmorfußboden eines Palastes und den Rosmaringarten bewundern.
Dougga liegt 100 km südwestlich von Tunis. Das 168 n. Chr. von den Römern erbaute Theater hat 3500 Plätze und wird heute noch für Aufführungen klassischer griechischer Dramen und der Comédie Française benutzt. Das Kapitol soll das großartigste in Nordafrika sein.
Bulla Regia, südlich von Tabarka, hat viele interessante Sehenswürdigkeiten aus römischer, frühchristlicher und byzantinischer Zeit. Viele der besten Mosaiken sind ins Bardo-Museum nach Tunis gebracht worden, aber der »Jagdpalast« besitzt Mosaiken mit wilden Tieren und Jagdszenen sowie erkennbare Spuren des Speisezimmers, der Küche und des Schlafzimmers.
Sbeitla, 160 km landeinwärts von Sousse und Sfax, ist eine der größten archäologischen Stätten des Landes. Es gibt unzählige Ruinen römischer Tempel und Bäder, frühchristlicher Kirchen und byzantinischer Festungen.
Sozialprofil
Essen & Trinken
Das tunesische Nationalgericht ist Couscous. Tajine ist ein Lammeintopf. Zu den Spezialitäten zählen auch Fischgerichte, z. B. Dorade (Meerbrasse) und Brik oder Brik à l’oeuf (Teigtasche mit Eifüllung). Tunesische Gerichte sind oft mit Olivenöl zubereitet und mit Anis, Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Zimt, Safran, Minze, Orangenblüten oder Rosenwasser gewürzt. In Tunis und anderen großen Städten gibt es auch französische, italienische und andere europäische Restaurants. Normalerweise wird am Tisch bedient. Getränke: Maurische Cafés mit traditionellem Dekor servieren ausgezeichneten türkischen Kaffee und Pfefferminztee mit Pinienkernen. Tunesien produziert ausgezeichnete Tafelweine, Sekt, Bier, Aperitifs und einheimische Liköre wie Boukha (aus Feigen destilliert) oder Thibarine (Dattellikör).
Nachtleben
Von Oktober bis Juni finden Theater- und Konzertveranstaltungen von einheimischen und ausländischen Ensembles statt. Internationale Gruppen treten in den Theatern von Tunis, Hammamet und Sousse auf. In den größeren Städten gibt es zahlreiche Kinos. Urlaubs- und Stadthotels haben oft Nachtklubs.
Einkaufstips
Kupferwaren, Gegenstände aus Olivenholz, Lederwaren, traditionelle Kleidung (Kaftan, Djelaba, Burnus), Töpferwaren, Folklorepuppen, Stickereien, Kacheln, Silberwaren, emaillierter Schmuck und Teppiche. Öffnungszeiten der Geschäfte: 08.00-12.00 und 16.00-19.00 Uhr im Sommer, 09.00-13.00 und 15.00-19.00 Uhr im Winter. Wochenmärkte: An bestimmten Wochentagen finden in den Medinas der Städte und Dörfer Märkte statt, die Souks genannt werden. Alle Produkte der Region werden angeboten. Es gibt auch ONAT-Geschäfte (Office National de l’Artisanat Tunisien), in denen die Waren zu Festpreisen angeboten werden. Bei Bezahlung in Devisen erhält man in ONAT-Läden 10% Rabatt. Auf Artikel, die in EU-Länder geschickt werden und deren Wert 2045 € nicht übersteigt, wird keine Steuer erhoben (hierfür ist ein EUR 1-Formular erforderlich). Bei jedem Einkauf von mehr als 5 TD muß man sich eine Quittung geben lassen und diese zusammen mit den Umtauschquittungen der Banken bei der Ausreise vorzeigen.
Sport
Segelfliegen kann man in einem eigens hierfür eingerichteten Zentrum in Djebel Rassas, 25 km von Tunis entfernt. Segelflugzeuge und qualifizierte Ausbilder stehen zur Verfügung. Golf: Ausgezeichnete Golfplätze gibt es in Port el Kantaoui (in der Nähe von Sousse), Monastir (zwei), Tabarka, Tunis, Hammamet (zwei) und einer auf Djerba. Angeln und Tiefseefischen bieten sich an. Außerdem kann man beim Korallentauchen in Tabarka, beim Krakenfischen auf den Kerkennah-Inseln oder beim Schwammtauchen in Sfax, auf der Insel Djerba und im Golf von Gabès zusehen. In Tabarka, Monastir und Port el Kantaoui gibt es Tauchzentren. Ein Taucheranzug ist nur zwischen November und April nötig. Zum Tiefseefischen muß man die eigene Ausrüstung mitbringen und sich an Ort und Stelle über die Naturschutzbestimmungen informieren. Wer seine eigene Ausrüstung mitbringt, kann seine Atemgeräte in den Büros der Société d’Air Liquide in Megrine (7 km von Tunis entfernt) und Sfax auffüllen lassen. Im Falle eines Unfalls stehen die Dekompressionskammern des Flottenstützpunktes in Bizerte zur Verfügung. Schwimmen: In Tunis gibt es drei öffentliche Schwimmbäder. Die meisten Hotels an der Küste haben geheizte Swimmingpools und Privatstrände. Vogelbeobachtung: Zahlreiche Vogelarten finden in den Nationalparks einen geschützten Lebensraum. Die Korkeichenwälder von Ain Draham, der See und die Sümpfe von Ichkeul in der Nähe von Bizerte, die Felsenhügel und Steppen von Kef bis Kasserine und die Oasen und Wüsten im Süden des Landes haben alle ihre charakteristischen Vogelarten. Heilbäder: Es gibt über 100 heiße Quellen in Tunesien, in erster Linie im Norden des Landes. In den größten Badeorten gibt es ausgebildetes Personal mit Kenntnissen verschiedener Kurmethoden. Näheres vom Fremdenverkehrsamt. Segeln: Port el Kantaoui ist ein internationaler Hafen mit Liegeplätzen für 340 Boote, Hafenmeister, Tiefseenavigationsschule, Segelschule, Schiffsausrüstern, Bootsvermietung und Trockendock. Die Preise sind konkurrenzfähig, besonders für das Kielholen im Winter. Ein neueröffneter Jachthafen in Monastir hat ähnliche Einrichtungen. Ein weiteres Segel- und Wasserskizentrum mit Jachthafen ist Le Club Nautique de Sidi-Bou Said. Der Jachthafen von Tabarka wurde vor kurzem fertiggestellt.
Veranstaltungskalender
19.-20. Mai 2004 Lag B’Omer Wallfahrt nach La Griba, Djerba. 29.-30. Mai Festival of the Sparrow Hawk, El Haouaria. Juni-Juli Tabarka Jazz Festival. Juli Aoussou Festival (Internationales Theater Festival), Sousse. Juli-Aug. Internationales Festival der Hammamet (Künstler-Festival); Internationales Kathargo-Festival. 20. Juli - 10. Aug. El Jem Internationales Sinfonie-Festival. Sept. Coralis Festival (Unterwasserfotografie), Tabarka. 5.-9. Sept. Neptuns Dreizack-Festival, Tarbarka. Nov. Festival der Oasen (Kamelrennen), Tozeur; Sahara Duoz Festival (Wüsten-Folklore).
Weitere Informationen sind von den Fremdenverkehrsämtern erhältlich (s. Adressen).
Land & Leute
Zur Begrüßung gibt man sich die Hand. Gastfreundschaft spielt eine große Rolle, und kleine Geschenke der Anerkennung oder als Zeichen der Freundschaft sind immer willkommen. Kleidung darf zwanglos sein, aber im Hinblick auf den überwiegend islamischen Glauben der Bevölkerung sollten Frauen weder bloße Knie noch Schultern zeigen. Badekleidung gehört an den Strand. Trinkgeld: 10% für alle Dienstleistungen.
Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Tunesien entwickelt sich wirtschaftlich erfolgreich. Eine umsichtige Wirtschaftspolitik hat dem Land einen gewissen Wohlstand gebracht. Mit dem im Sommer 1997 verabschiedeten Fünf-Jahresplan verfolgt die Regierung das Ziel, Tunesien durch eine Förderung der Privatwirtschaft und zunehmende Integration in die Weltwirtschaft aus dem Stadium eines Entwicklungslandes hinauszuführen. Landwirtschaft und Bergbau sind die Grundlagen der Wirtschaft. Ein Drittel der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft und Fischerei beschäftigt. Die wichtigsten Agrarerzeugnisse sind Olivenöl, Datteln und Zitrusfrüchte. Es wird viel Phosphat, Eisen, Blei und Zink abgebaut. Tunesien ist viertgrößter Weltproduzent von Phosphaten und drittgrößter Exporteur von Phosphatdüngern. Außerdem exportiert das Land auch Erdöl in kleinen Mengen. Wichtigste Exportgüter sind Textilien, Erdölprodukte, Phosphate und Phosphatprodukte (vor allem Düngemittel) und elektromechanische Produkte. Ausgedehnte Strände und ein fast ganzjährig warmes Klima machen Tunesien zu einem beliebten Urlaubsziel. Im Jahr 2000 kamen über 5 Mio. Touristen, vorwiegend aus Europa.
Der Dienstleistungssektor, einschließlich Tourismus, hat einen Anteil von 53% am Bruttoinlandsprodukt (BIP), gefolgt von der Industrie (32,6%) mit den beiden Hauptindustriezweigen Energiewirtschaft und Baugewerbe sowie Landwirtschaft und Fischerei (14,4%).
Seit 1996 ist das Bruttoinlandsprodukt kontinuierlich gewachsen und verzeichnete 1999 eine beachtliche Zuwachsrate von 6,2%. Ein großes Problem stellt die hohe Arbeitslosigkeit dar (15,2% für 1998), die vor allem die Jugendlichen betrifft. Die Inflationsrate lag 1998 bei 3,8%. Tunesiens wichtigste Handelspartner sind die EU-Mitgliedsländer, vor allem Frankreich, Italien und Deutschland. Tunesien ist Mitglied der Arabischen Liga und der Union des Arabischen Maghreb, sowie verschiedener pan-arabischer Wirtschaftsorganisationen.
Geschäftsverkehr
In Geschäftskreisen wird Arabisch oder Französisch gesprochen. Geschäftsleute, die diese Sprachen nicht beherrschen, sollten sich vor einem Termin erkundigen, ob ein Dolmetscher benötigt wird. Termine sollten vereinbart werden. Geschäftszeiten: Winter: Mo-Fr 08.00-12.30 und 14.30-18.00 Uhr, Sa 08.00-12.00 Uhr. Sommer: Mo-Sa 08.00-13.00 Uhr.
Kontaktadressen
Arabisch-Deutsche Vereinigung für Handel und Industrie e.V.
Garnisonskirchplatz 1, D-10178 Berlin
Tel: (030) 278 90 70. Fax: (030) 27 89 07 49.
E-Mail: info@ghorfa.de
Internet: www.ghorfa.de
Chambre Tuniso-Allemande de l'Industrie et du Commerce
6, rue Didon, TN-1002 Tunis-Notre Dame
Tel: (71) 78 59 10. Fax: (71) 78 25 51.
E-Mail: info@ahktunis.org
Internet: www.ahktunis.org
Österreichisch-Arabische Handelskammer
Lobkowitzplatz 1, A-1015 Wien
Tel: (01) 513 39 65. Fax: (01) 513 85 59.
E-Mail: headoffice@aacc.at
Internet: www.aacc.at
Chambre de Commerce et d’Industrie de Tunis (Handelskammer)
1 Rue des Entrepreneurs, 1000 Tunis
Tel: (01) 33 39 45. Fax: (01) 35 47 44.
E-Mail: ccitunis@planet.tn
Agence de Promotion de l’Industrie (API)
63 Rue de Syrie, 1002 Tunis.
Tel: (01) 79 21 44. Fax: (01) 78 24 82.
Internet: www.tunisieindustrie.nat.tn
Konferenzen/Tagungen
Die folgende Organisation kann bei der Planung von Konferenzen und Tagungen in Tunesien behilflich sein: Direction du Marketing, Office National du Tourisme Tunisien (s. Adressen).
Klima
Klima
Ganzjährig warm. Die besten Reisezeiten sind Frühling und Herbst. Im Landesinneren können die Temperaturen extrem ansteigen. Der Winter ist mild mit gelegentlichen Niederschlägen.




