Reiseführer Afghanistan
Inhaltsverzeichnis
Kontaktadressen
Lage
Asien; nordwestlicher Teil des indischen Subkontinents
Offizieller Staatsname
Islamischer Staat Afghanistan.
Landesvorwahl
93.
Ariana Afghan Airlines
Ariana General Sales Agent in Germany
c/o Müller + Partner GmbH
Heinrichstr. 79, D-36037 Fulda
Tel: (030) 30 88 92 25. Fax: (030) 30 88 92 50.
E-Mail: flyariana@mail.com
Internet: www.flyariana.com
Ariana Afghan Airlines
Ariana Afghan Main Office
Kabul Hotel, AF-Kabul
Tel: (020) 210 03 51. Fax: (0873) 762 52 38 46.
E-Mail: flyariana@mail.com
Internet: www.flyariana.com
Online Travel Guide Afghanistan
Ministry of Foreign Affairs
Chara-e-Malik Asqhar, AF-Kabul
Tel: 2 55 41, 2 53 41.
Botschaft des Islamischen Staates Afghanistan
Wilhelmstraße 65, D-10117 Berlin
Tel: (030) 206 73 50. Fax: (030) 229 15 10.
E-Mail: afghanische-botschaft@gmx.de
Internet: www.afghanische-botschaft.de
Mo-Do 09.30-14.00 Uhr.
Generalkonsulat in Bonn (Tel: (0228) 25 67 97).
Botschaft des Islamischen Staates Afghanistan
Lackierergasse 9, A-1090 Wien
Tel: (01) 524 78 06. Fax: (01) 524 78 07.
E-Mail: afg.emb.vie@chello.at
Internet: www.embassyofafghanistan.com
Mo-Fr 09.00-14.00 Uhr.
Generalkonsulat des Islamischen Staates Afghanistan
63 Rue de Lausanne, CH-1202 Genève
Tel: (022) 731 14 49. Fax: (022) 731 45 10.
Mo-Do 09.00-13.00 Uhr, Fr 09.00-12.00 Uhr.
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Wazir Akbar Khan Mena, AF-Kabul
Postanschrift: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 83, AF-Kabul
Anmerkung: Die Schweiz und Österreich unterhalten keine diplomatischen Vertretungen in Afghanistan, zuständig sind die jeweiligen Botschaften in Islamabad (s. Pakistan).
Allgemeines
Reisewarnung
Von Reisen nach Afghanistan wird gewarnt. Reisende sollten die aktuellen politischen Entwicklungen in den Medien verfolgen. Informationen über die aktuelle Sicherheitslage sind auch von den Botschaften oder den Auswärtigen Ämtern erhältlich.
Aktueller Hinweis
Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Infrastrukturen des Landes wurden durch jahrelangen Bürgerkrieg, das Taliban-Regime und die darauffolgenden westlichen Militärschläge vollständig zerstört. Es ist nicht abzusehen, wann Afghanistan wieder für Touristen zugänglich sein wird. Daher sind zum größten Teil keine aktuellen Informationen über Visa, Duty Free, Devisenbestimmungen, Unterkünfte und Impfvorschriften erhältlich.
Fläche
652.225 qkm.
Bevölkerungszahl
28.717.213 (2003).
Bevölkerungsdichte
44 pro qkm.
Hauptstadt
Kabul. Einwohner: 3.007.200 (2003).
Geographie
Afghanistan grenzt im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Nordosten an China, im Osten und Süden an Pakistan und im Westen an den Iran. Die Großgliederung zeigt drei Landschaften: das südliche Hochland, Afghanisch-Turkestan im Norden und der Hindukusch im Nordosten. Letzterer steigt bis auf 7200 m an und wird durch das Bamian-Tal von der Koh-i-Baba-Bergkette getrennt, in der auch der Helmand entspringt. Nördlich und südwestlich der Berge liegen fruchtbare Schwemmlandebenen.
Staatsform und innenpolitische Lage
Staatsoberhaupt: Hamid Karzai, seit 2002.
1996 hatten die Taliban die Kontrolle über Afghanistan übernommen und führten ein fundamentalistisch-islamisches Regime ein, das von den Vereinten Nationen und den westlichen Staaten nicht anerkannt wurde. Nach monatelangen westlichen Militärschlägen wurde das Taliban-Regime gestürzt und im November 2001 eine UN-vermittelte Konferenz in Bonn (Deutschland) einberufen. Das Ergebnis der 'Petersbergkonferenz' war ein Rahmenabkommen zur Einsetzung einer Übergangsregierung mit provisorischen Regierungsinstitutionen. Eine United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) unterstützte die neue Regierung bei ihrer Arbeit und ist immer noch in Afghanistan tätig. Im Juni 2002 tagte die aufgrund des 'Petersberg-Abkommen' einberufene traditionelle Ratsversammlung aller afghanischen Stämme (Loya Dschirga), die den bisherigen Chef der Übergangsregierung, Hamid Karzai, als Präsidenten des Landes für die nächsten 18 Monate wählte.
Sprache
Offizielle Landessprachen sind Paschtu und Dari-Persisch. Vereinzelt wird auch Französisch, Englisch, Deutsch oder Russisch gesprochen.
Religion
Islam (Mehrheit: Sunniten); Minderheiten von Schiiten, Hindus, Juden und Sikhs.
Ortszeit
MEZ + 3,5 (UTC + 4,5).
Netzspannung
220 V, 50 Hz. Schlechte Elektrizitätsversorgung, viele Stromausfälle.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon/Mobiltelefon
Es gibt es nur wenige Festnetztelefonleitungen in Afghanistan, diese befinden sich hauptsächlich in Kabul und sind Regierungsbeamten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen vorbehalten. Zur Kommunikation im Land werden hauptsächlich Mobiltelefone benutzt. Es gibt ein Mobilfunknetz in Afghanistan, Afghan Wireless (Internet: www.afghanwireless.com ), der Empfangsbereich beschränkt sich zur Zeit noch auf die größeren Städte wie Kabul und Herat. GSM 900/1800.
Landesvorwahl
93.
Internet
Es gibt ein Internetcafé im Intercontinental Hotel. Internetzugang im Lande wird zur Zeit weiter ausgebaut.
Post
Luftpost nach Europa brauchte früher ca. eine Woche.
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08. Internet: www.dwelle.de ) anzufordern.
Reisepaß/Visum
Reisepaß/Visum
| Land | Visa | Reisepass |
| Deutschland | - | - |
| Österreich | - | - |
| Schweiz | - | - |
| Andere EU-Länder | - | - |
Hinweis
Bei Redaktionsschluß stellten die Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch keine Touristenvisa für Afghanistan aus. Weitere Informationen erteilen die konsularischen Vertretungen.
Geld
Währung
1 Afghani = 100 Puls. Währungskürzel: Af, AFA (ISO-Code). Am 7. Oktober 2002 wurde in Afghanistan im Rahmen umfassender Wirtschaftsreformen eine neue Währung eingeführt. Die neuen Afghani-Banknoten sind im Wert von 1000, 500, 100, 50, 20,10, 5, 2 und 1 Af im Umlauf.
Wechselkurse
| Af | Af | Af | Af | |
| Apr. '03 | Sept. '03 | Jan. '04 | Apr. '04 | |
| 1 € | 46,14 | 49,36 | 53,79 | 52,97 |
| 1 CHF | 31,05 | 31,57 | 34,40 | 33,97 |
| 1 US$ | 43,55 | 43,00 | 42,19 | 43,00 |
Devisenbestimmungen
Keine Beschränkungen bei der Einfuhr von Fremdwährungen; Deklarationspflicht. Die Ausfuhr von Fremdwährungen darf die Summe der angegebenen eingeführten Summe nicht überschreiten. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist auf 500 Af beschränkt.
Öffnungszeiten der Banken
Sa-Mi 08.00-12.00 und 13.00-16.30 Uhr, Do 08.00-13.30 Uhr.
Duty Free
Duty Free
Bei Redaktionsschluß waren noch keine aktuelle Informationen über Duty Free- und Ausfuhrbestimmungen für Afghanistan erhältlich.
Ein- und Ausfuhrbeschränkungen
Momentan keine aktuellen Informationen.
Gesetzliche Feiertage
Gesetzliche Feiertage
1. Febr. 2004 Arafat-Tag. 2. Febr. Eid al-Adha (Opferfest). 2. März Ashoura (Märtyrertod des Imam Hussein).20. März Navroz (Iranisches Neujahr). 2. Mai Mouloud (Geburtstag des Propheten). 19. Aug. Unabhängigkeitstag. 14.-16. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan).
21. Jan. 2005 Eid al-Adha (Opferfest). 1. Febr. Arafat-Tag. 19. Febr. Ashoura (Märtyrertod des Imam Hussein). 21. März Navroz (Iranisches Neujahr). 21. April Mouloud (Geburtstag des Propheten). 28. April Nationalfeiertag. 19. Aug. Unabhängigkeitstag. 3.-5. Nov. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan).
Anmerkung
Die oben angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, wodurch es zu Unterbrechungen oder Abweichungen im normalen Geschäftsablauf kommen kann. Viele Restaurants sind tagsüber geschlossen, und der Genuß von Alkohol und Zigaretten kann begrenzt werden. Einige Unterbrechungen können auch während des Eid al-Fitr auftreten. Dieses Fest, ebenso wie das Eid al-Adha, hat keine bestimmte Zeitdauer und kann je nach Region 2-10 Tage dauern.
Gesundheit
Hinweis
Da es in Afghanistan zur Zeit keine touristischen Infrastrukturen gibt, waren aktuelle Impfvorschriften für Touristen bei Redaktionsschluß nicht erhältlich. Untenstehende Angaben sollen lediglich der Orientierung dienen. Landesweit gibt es viele Infektionskrankheiten, die Sterblichkeitsrate ist sehr hoch. Tuberkulose, Malaria, Poliomyelitis und Cholera sind nur einige der momentan grassierenden Krankheiten. Das öffentliche Gesundheitswesen in Afghanistan ist sehr schlecht. Aufgrund jahrelanger Dürreperioden und zerstörter Wasserleitungssysteme in Kabul und anderen Städten ist die Trinkwasserknappheit eines der größten Probleme.
Gesundheit
| Krankheit | Vorsorge | Impfbescheinigung |
| Gelbfieber | Nein | 1 |
| Cholera | 2 | 2 |
| Typhus & Polio | Ja | - |
| Malaria | 3 | - |
| Essen & Trinken | 4 | - |
[1]
Eine Impfbescheinigung wird von allen Reisenden verlangt, die aus Infektionsgebieten kommen.
[2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist für die Einreise nach Afghanistan nicht erforderlich, das Risiko einer Infektion ist jedoch nicht auszuschließen. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
[3]
Malariaschutz ist von Mai bis einschließlich November für alle Gebiete unter 2000 m erforderlich. Chloroquinresistenz der hier weniger häufigen, aber gefährlicheren Form Plasmodium falciparum wurde gemeldet. Die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax ist vorherrschend.
[4]
Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte ebenfalls abgekocht werden. Milchprodukte sollten aus pasteurisierter bzw. abgekochter Milch hergestellt sein. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuß von Schweinefleisch, rohen Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden. Landesweit besteht ein Risiko verschiedener Darminfektionen.
Tollwut kommt vor. Bei Bißwunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Hepatitis A und E treten auf, Hepatitis B ist endemisch.
Das Zeckenbißfieber tritt landesweit auf. Die Leishmaniase ist ebenfalls endemisch.
Reiseverkehr - International
Sicherheitshinweise
Offizielle Stellen äußern dringende Warnungen vor Reisen nach Afghanistan und weisen ausdrücklich auf das große Sicherheitsrisiko hin. Lediglich die Hauptstadt Kabul ist tagsüber vergleichsweise sicher, in weiten Landesteilen ist die Lage jedoch unüberschaubar – Milizgefechte, Schießereien, Raub und Überfälle kommen vor.
Flugzeug
Die nationale Fluggesellschaft heißt Ariana Afghan Airlines (FG) (Internet: www.flyariana.com ). Der internationale Flugverkehr von und nach Afghanistan wurde erst im Januar 2002 wieder aufgenommen. Mittlerweile bietet Ariana Afghan Airlines wöchentliche Flüge von Kabul nach Delhi und Amritsar (Indien), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Istanbul (Türkei), Islamabad (Pakistan), Frankfurt (Deutschland) und Herat im westlichen Afghanistan an. Pakistan International Airlines (PK) (Internet: www.piac.com.pk ) fliegt wöchentlich von Islamabad nach Kabul und auch Azal bietet Flugverbindungen von Baku in Aserbaidschan nach Kabul..
Internationaler Flughafen
Kabul Airport (KBL) liegt 16 km außerhalb der Stadt. Während der westlichen Bombenangriffe auf Afghanistan Ende 2001 wurde der Flughafen stark zerstört. Mittlerweile ist Kabul Airport wieder für Ariana Afghan Airlines-Linienflüge nach Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Tadschikistan, die Türkei, Deutschland und den Iran geöffnet, sowie für internationale militärische Flüge und Hilfsgütertransporte. Auch Pakistan International Airlines und Azal fliegen wieder Kabul an.
Bahn
Derzeit gibt es keinen Schienenverkehr.
Bus/Pkw
Nach 23 Jahren Bürgerkrieg, dem Taliban-Regime und den westlichen Bombenangriffen sind etwa 80% der Straßen und Brücken Afghanistans vollständig zerstört. Wie lange der Wiederaufbau und damit die Wiederherstellung eines Straßennetzes dauern wird, ist unklar. Viele Landstriche sind vermint.
Reiseverkehr - National
Flugzeug
Begrenzter Inlandflugverkehr für Hilfsgütertransporte und Militärflüge. Ariana Afghan Airlines bietet ebenfalls einige Inlandsflugverbindungen, u.a. nach Herat und Mazar-e-Sharif.
Bus/Pkw
Siehe Reiseverkehr International.
Unterkunft
Hotels
In Kabul gibt es einige Hotels, wie das Inter-Continental Hotel, die in etwa westlichen Ansprüchen gerecht werden. Die wenigen Unterkünfte außerhalb Kabuls sind generell von sehr niedrigem Standard.
Urlaubsorte & Ausflüge
Urlaubsorte & Ausflüge
-
Afghanistan liegt historisch und geographisch an einer äußerst wichtigen Wegkreuzung, an der persische, griechische, hinduistische, buddhistische und islamische Kulturen aufeinandertrafen und sich gegenseitig beeinflußten. Eine der frühesten Zivilisationen des Bronzezeitalters fand im heutigen Nordafghanistan ihren Ursprung, und entwickelte einen regen Handelsverkehr zwischen den Indus-Zivilisationen und Mesopotamien. Im 6. Jahrhundert v. Chr. enstand hier der Zoroastrismus, ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Afghanistan zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren des Islam. Maler, Dichter, Kalligraphen und Künstler schufen Werke in Balkh, Jam und Ghazni, die die gesamte östliche islamische Welt, von der Türkei über Persien bis hin zu Indien, nachhaltig beeinflußten. Weltweit einmalige archäologische Stätten zeugen von einer unvergleichlich vielfältigen kulturellen Vergangenheit. Durch die Jahrzehnte des Konfliktes, der Verwüstung und Plünderung sind diese Stätten jedoch teilweise oder ganz zerstört worden. Städte und Gebäude haben schwere Bombenschäden erlitten, viele Landstriche in Afghanistan sind vermint. Neben dem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufbau des Landes ist auch die Bewahrung und Wiederherstellung des kulturellen Erbes eine wichtige Priorität. Unter der Leitung der Weltkulturorganisation UNESCO und mit Hilfe verschiedener regionaler und internationaler nichtstaatlicher Organisationen wurden Anfang 2002 Restaurierungsarbeiten an den wichtigsten historischen Stätten in die Wege geleitet.
Die Hauptstadt Kabul hat stark unter dem Bürgerkrieg und den Luftangriffen der vergangenenen Monate gelitten. Etwa ein Drittel der öffentlichen Gebäude und 40% der Häuser wurden zerstört. Es gibt nur wenige historische Bauwerke, Moscheen und Denkmäler – im Garten von Babur, früher als einer der schönsten Gärten in Asien bekannt, steht zumindest noch Baburs Grabmal. Auch das staatliche Museum in Kabul, das einst eine der größten Antiquitätensammlungen in Asien besaß, wurde stark mitgenommen. Nur etwa ein Drittel der Sammlungen hat die Verwüstungen des Krieges überlebt. Kürzlich wurde mit dem Wiederaufbau des Museums begonnen.
Der wilde und abgelegene Hindukusch besteht aus zwei riesigen Bergketten und liegt in der Region Nuristan nordöstlich von Kabul. In Bamian standen einst zwei riesige Buddhafiguren aus dem 3. oder 4. Jahrhundert, die 38 und 55 m hoch waren. Im März 2001 wurden die Buddhas von den Taliban in die Luft gesprengt. Andere historische Stätten in Afghanistan, die während der Jahrzehnte der Konfliktes ganz oder beinahe zerstört wurden, sind u.a. das zweithöchste Minarett der Welt in Jam (aus dem 12. Jahrhundert), die Moschee Haji Piyada in der Balkh-Region und das blau-gekachelte Mausoleum der Königin Gauhar Shads im westlich gelegenen Herat. Mit der allmählichen Restaurierung dieser und anderer Stätten wurde mittlerweile begonnen.
Sozialprofil
Essen & Trinken
Die afghanische Küche ist der indischen sehr ähnlich. Die meisten Restaurants in Kabul bieten Spezialitäten wie Pilaus, Kebabs, Bolani und Ashak sowie internationale Gerichte. Die Hauptzutaten der afghanischen Küche sind Reis und Hammelfleisch sowie Nan (afghanisches Fladenbrot). Traditionelle Gerichte und Tschai (Tee) findet man überall in Tschaikhanas (Teehäusern).
Einkaufstips
Traditionelle Andenken sind Mäntel und Jacken aus Lammfell und Wildleder, turkmenische Hüte, Stickereien aus Kandahar, Istaff-Keramik, Glas aus Herat, Nomadenschmuck, handgeknüpfte Teppiche und Läufer, Holzschnitzereien aus Nuristan, Seide, Messing-, Kupfer- und Silberarbeiten.
Sport
Nationalsport ist Buzkashi, eine Art Polo aus der Zeit Alexanders des Großen ohne feste Spielregeln. Anstelle des Balls wird ein Ziegenkopf benutzt.
Land & Leute
Außerhalb Kabuls herrschen engverbundene Stammesgemeinschaften mit klar definierten Frauen- und Männerrollen vor. Religion und Tradition spielen innerhalb der Familie eine wichtige Rolle. Es gilt als eine Beleidigung, die Fußsohlen zu zeigen. Gästezimmer sind unbekannt, und Gäste teilen den Raum mit der Familie. Frauen sollten ihre Schultern bedecken und Hosen oder lange Röcke tragen. Der Händedruck wird als Begrüßung akzeptiert, obwohl man sich traditionell zur Begrüßung umarmt. Rauchen ist weit verbreitet und an europäischen Preisen gemessen billig. Es ist ein Kompliment, wenn man vom Gastgeber eine Zigarette angeboten bekommt. Fotografieren: Vorsicht bei der Motivwahl, militärische Einrichtungen dürfen nicht fotografiert werden.
Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Dreiundzwanzig Jahre andauernder Bürgerkrieg haben die afghanische Wirtschaft vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau der Landwirtschaft, die früher etwa 50% des Bruttosozialproduktes erbrachte, ist durch brachliegende Höfe und unzählige Minenfelder sehr beeinträchtigt. Landwirtschaftliche Probleme haben zu Hungersnöten geführt, die Mehrzahl der Einwohner lebt am oder unter dem Existenzminimum. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes und der Einsetzung einer Interims-Regierung im Dezember 2001 versprachen viele westliche Länder umfangreiche finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau des Landes. Bei der 'Geber-Konferenz' in Tokio im Januar 2002 wurden diese Versprechen konkretisiert, 2 Milliarden US$ wurden Afghanistan für 2002 zugesagt. 70 % dieser finanziellen Hilfe ist schon ins Land geflossen oder wurde für Wiederaufbauprojekte zugesagt. Der wirtschaftliche Aufbau wird zur Zeit noch durch Kampfhandlungen in verschiedenen Landesteilen beeinträchtigt.
Geschäftsverkehr
Handeln ist üblich, und mündliche Verträge sind bindend.
Klima
Klima
Obwohl Afghanistan auf dem gleichen Breitengrad liegt wie die Südstaaten der USA, ist es durch die Höhenlage wesentlich kühler. In Lagen über 2500 m herrscht nahezu ganzjährig Winter, über 4000 m ist Leben unmöglich. Im südlichen Hochland sind die Sommer heiß und Winter streng. Landesweit gibt es große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter.



